Die Amazfit Bip 6 ersetzt die Bip 5 im Alltag – und der Wechsel ist größer, als es der Name zunächst vermuten lässt. Beide Uhren bleiben dem gleichen Grundprinzip treu: eckiges Gehäuse, günstiger Preis, lange Akkulaufzeit und viele Fitnessfunktionen für Nutzer, die keine teure Sportuhr kaufen möchten. Die Bip 6 wirkt aber deutlich moderner. Sie nimmt das Konzept der Bip 5 und beseitigt vor allem den größten Schwachpunkt des Vorgängers: das Display.

Die Amazfit Bip 5 war bereits eine solide Einsteiger-Smartwatch. Sie bot ein großes 1,91-Zoll-Display, integriertes GPS, Bluetooth-Anrufe, Schlaftracking, Herzfrequenzmessung, SpO₂, Stressmessung und eine ordentliche Akkulaufzeit. Gerade für den Preis war das ein gutes Paket. Trotzdem hatte die Uhr einen klaren Kompromiss: Das TFT-Display wirkte funktional, aber nicht hochwertig. Farben, Kontrast und Ablesbarkeit kamen nicht an bessere AMOLED-Uhren heran.

Genau hier setzt die Amazfit Bip 6 an. Das neue 1,97-Zoll-AMOLED-Display verändert den Eindruck der Uhr spürbar. Inhalte wirken schärfer, Farben kräftiger und Schwarzflächen deutlich sauberer. Auch draußen ist die Bip 6 besser ablesbar, vor allem durch die höhere Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits. Wer von der Bip 5 kommt, merkt diesen Unterschied sofort. Die Bip 6 fühlt sich dadurch weniger wie eine günstige Fitnessuhr und mehr wie eine richtige Smartwatch an.

Der Formfaktor bleibt ähnlich, die Wirkung ist hochwertiger

Beide Modelle setzen auf ein eckiges Gehäuse. Genau das macht die Bip-Serie interessant für Nutzer, denen runde Sportuhren zu groß oder zu wuchtig erscheinen. Die Bip 5 war bereits angenehm leicht und alltagstauglich, die Bip 6 führt diesen Ansatz fort. Mit 46,3 x 40,2 x 10,45 Millimetern und 27,9 Gramm ohne Armband bleibt sie leicht genug für den ganzen Tag und die Nacht.

Beim Material bleibt Amazfit pragmatisch. Die Bip 6 kombiniert faserverstärkten Kunststoff mit einem Rahmen aus Aluminiumlegierung. Das ist kein Premium-Gehäuse, wirkt aber sauberer und weniger billig als viele einfache Smartwatches in dieser Preisklasse. Auch das Armband wurde verbessert. Das 22-mm-Silikonarmband mit Schnellwechselmechanismus und kleinen Öffnungen trägt sich beim Sport angenehmer, weil sich weniger Wärme und Schweiß darunter stauen.

Die Bip 5 wirkt dagegen stärker wie eine günstige Alltagsuhr. Nicht schlecht, aber einfacher. Die Bip 6 bleibt bezahlbar, macht am Handgelenk aber mehr her.

Fitness und Sport: Bip 6 ist breiter aufgestellt

Bei den Sportfunktionen war die Bip 5 schon brauchbar. Sie unterstützte viele Trainingsarten, automatische Erkennung für einige Aktivitäten und die wichtigsten Gesundheitswerte. Für Spaziergänge, Radfahren, Jogging und Alltagstracking reichte das völlig aus.

Die Bip 6 geht weiter. Sie bietet über 140 Sportmodi, darunter Laufen, Radfahren, Schwimmen, Krafttraining, Ballsportarten, Tanz, Wassersport und auch speziellere Modi wie HYROX. Wichtiger als die reine Anzahl ist aber, dass sich Trainingsdaten besser anpassen lassen. Beim Laufen können Datenfelder konfiguriert, Ziele gesetzt, Alarme aktiviert und Trainingsvorlagen aus der Zepp-App genutzt werden.

Auch das Krafttraining wirkt auf der Bip 6 ambitionierter. Wiederholungen, Sätze und Pausen können erkannt werden, dazu gibt es automatische Übungserkennung für bestimmte Bewegungen. Das ersetzt kein professionelles Trainingslogbuch, ist aber für Einsteiger und Gelegenheitssportler deutlich mehr als ein reiner Kalorienzähler.

GPS: Bip 6 ist besser, aber nicht perfekt

Beide Uhren haben integriertes GPS. Die Bip 5 war damit bereits unabhängig vom Smartphone nutzbar, was in dieser Preisklasse wichtig war. Die Bip 6 unterstützt nun fünf Satellitensysteme und liefert im freien Gelände solide Ergebnisse. Distanzen können sehr nah an teureren Vergleichsuhren liegen, bei schwierigen Bedingungen wie Bäumen oder enger Bebauung können aber Abweichungen auftreten.

BereichAmazfit Bip 5Amazfit Bip 6
Display1,91 Zoll TFT1,97 Zoll AMOLED
Auflösung320 × 380 Pixel390 × 450 Pixel
Helligkeitdeutlich schwächerbis zu 2.000 Nits
Always-on-Displaynein / eingeschränktja
Gehäuseformeckigeckig
Gewicht ohne Bandca. 26 g27,9 g
GehäuseKunststofffaserverstärkter Kunststoff + Aluminiumrahmen
WasserbeständigkeitIP685 ATM
GPSintegriertintegriert
Satellitensysteme4 Systeme5 Systeme
Offline-Kartenneinja
Sportmodiüber 120über 140
Automatische Trainingserkennungja, mehrere Modija, 7 Modi
Herzfrequenzjaja
SpO₂jaja
Stressmessungjaja
Schlaftrackingjaja, mit RestoreIQ / Nickerchen-Erkennung
HRVbegrenzt / nicht zentralja
Bereitschaftswertnein / eingeschränktja
Barometerneinnein
Temperatursensorneinnein
Bluetooth-Anrufejaja
SprachassistentAlexaZepp Flow
NachrichtenantworteneingeschränktAndroid: ja, iOS: eingeschränkt
App-SystemZepp OSneueres Zepp OS
Akkuca. 300 mAh340 mAh
Typische Laufzeitbis zu 10 Tagebis zu 14 Tage
Intensive Nutzungkürzerca. 5–7 Tage realistisch
Preisbereichoft günstiger im Abverkaufca. 70–80 €

Der GPS-Start ist ein Punkt, den man kritisch sehen muss. Bei der Bip 6 kann der Fix sehr schnell erfolgen, in ungünstiger Umgebung aber auch nerven. Teilweise hilft es, ein Training neu zu starten, wenn die Uhr kein Signal findet. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber ein Unterschied zu teureren Sportuhren, die hier meist souveräner arbeiten.

Gegenüber der Bip 5 ist die Bip 6 trotzdem die bessere Wahl, wenn GPS häufiger genutzt wird. Sie ist nicht perfekt, aber insgesamt sportlicher aufgestellt.

Offline-Karten sind der große Funktionssprung

Der deutlichste funktionale Unterschied neben dem Display sind die Offline-Karten der Bip 6. Die Bip 5 konnte GPS-Tracking, aber keine vergleichbare Kartenfunktion bieten. Die Bip 6 kann Karten herunterladen und bei Outdoor-Aktivitäten anzeigen. Das ist in dieser Preisklasse ein starkes Argument.

Die Karten sind allerdings einfach gehalten. Sie bieten Orientierung, zeigen Wege, Gewässer, Bahnlinien und Gelände grob an, ersetzen aber kein vollwertiges Outdoor-Navi. Außerdem fehlt in der Zepp-App ein eigener komfortabler Routenplaner. Wer Routen nutzen möchte, muss mit GPX-Dateien arbeiten, etwa über Komoot oder andere Dienste.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Karte ist nur nach Norden ausgerichtet. Eine automatische Ausrichtung in Laufrichtung fehlt. Das wirkt unnötig, weil die Uhr einen Kompass besitzt. Trotzdem bleibt festzuhalten: Wer Navigation am Handgelenk möchte, bekommt mit der Bip 6 einen echten Mehrwert gegenüber der Bip 5.

Gesundheitsdaten: mehr Tiefe, aber nicht alles überzeugt

Die Bip 5 bot bereits Herzfrequenzmessung, Schlaftracking, SpO₂, Stress und grundlegende Gesundheitsauswertung. Für Alltag und einfache Fitnessziele war das ausreichend.

Die Bip 6 liefert ein umfangreicheres Paket. Neben Herzfrequenz, SpO₂, Stress und Schlaf kommen HRV, Bereitschaftswert, PAI, Atemfrequenz, Nickerchen-Erkennung und detailliertere Schlafauswertungen dazu. Besonders die HRV-Erfassung ist in dieser Preisklasse interessant, weil sie normalerweise eher bei teureren Fitnessuhren stärker beworben wird.

Trotzdem sollte man die Auswertung realistisch einordnen. Die Herzfrequenzmessung kann bei Läufen sehr brauchbar sein, besonders wenn die Uhr gut sitzt. Für exakte Werte lässt sich ein Brustgurt verbinden. Schlaftracking und Nickerchen-Erkennung wirken alltagstauglich, Schlafphasen bleiben aber wie bei fast allen Wearables nur Näherungen.

Der Bereitschaftswert ist weniger überzeugend, wenn er zu häufig hoch bleibt und den Tagesverlauf nicht dynamisch genug berücksichtigt. Hier merkt man, dass Amazfit viele Messwerte anbietet, die Interpretation aber nicht immer auf Garmin-Niveau liegt.

Smartwatch-Funktionen: Bip 6 ist moderner

Die Bip 5 hatte bereits Bluetooth-Anrufe, Benachrichtigungen, Alexa, Musiksteuerung, Kamerafernbedienung und klassische Funktionen wie Wecker, Wetter oder Timer. Für eine günstige Uhr war das ordentlich.

Die Bip 6 wirkt softwareseitig moderner. Zepp Flow bringt eine Sprachsteuerung, mit der sich Funktionen starten, Informationen abrufen und Befehle ausführen lassen. Dazu kommen Bluetooth-Anrufe, Sprachnotizen, Benachrichtigungscenter, Kalender, Aufgaben, Wetter, App-Store-Erweiterungen und Watchfaces.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Android und iPhone. Unter Android kann die Bip 6 mehr, etwa bei Nachrichtenantworten. Unter iOS bleiben Antworten eingeschränkt, weil Apple solche Funktionen für viele Drittanbieter-Uhren begrenzt. Wer ein iPhone nutzt, bekommt also eine gute Fitness- und Benachrichtigungsuhr, aber keine Apple-Watch-Alternative.

Akku: Bip 6 bleibt stark, aber AMOLED kostet Energie

Die Bip 5 war beim Akku sehr solide. Typische Nutzung um die zehn Tage war realistisch, im Energiesparmodus deutlich mehr. Genau das war einer der Gründe, warum die Uhr für viele Nutzer attraktiv war.

Die Bip 6 hat mit 340 mAh einen größeren Akku und kann bei normaler Nutzung ebenfalls sehr lange durchhalten. Amazfit nennt bis zu 14 Tage, bei intensiver Nutzung eher weniger. In der Praxis hängt viel vom Always-on-Display ab. Ohne Always-on sind mehrere Tage bis über eine Woche realistisch. Mit Always-on, aktiver Herzfrequenzmessung im Minutentakt, Schlaftracking und vielen Benachrichtigungen landet man eher bei rund fünf Tagen.

Damit bleibt die Bip 6 klar besser als viele klassische Smartwatches, aber nicht automatisch länger als die Bip 5 in jedem Szenario. AMOLED sieht besser aus, verbraucht mit Always-on aber mehr Energie. Wer maximale Laufzeit will, sollte Always-on deaktivieren.

Wasserfestigkeit und Sensoren: Bip 6 ist robuster aufgestellt

Die Bip 5 war nach IP68 geschützt und damit gegen Staub und Wasser abgesichert. Die Bip 6 setzt auf 5 ATM. Das ist für Schwimmen und Alltag die bessere Einordnung. Wer regelmäßig mit der Uhr ins Wasser geht, fährt mit der Bip 6 sicherer.

Trotzdem fehlen weiterhin Sensoren, die ein mögliches Pro-Modell spannend machen würden. Die Bip 6 hat keinen barometrischen Höhenmesser und keinen Temperatursensor. Dadurch fehlen Stockwerke, genauere Höhenprofile und eine noch bessere Einordnung bestimmter Erholungswerte. Gerade weil die Bip 6 sonst so komplett wirkt, fällt das auf.

Lohnt sich der Wechsel von der Bip 5 auf die Bip 6?

Wer mit der Bip 5 zufrieden ist, nur Schritte, Schlaf, Benachrichtigungen und gelegentliche Workouts trackt, muss nicht zwingend wechseln. Die Bip 5 bleibt eine brauchbare günstige Smartwatch, besonders wenn sie bereits vorhanden ist und zuverlässig läuft.

Der Wechsel lohnt sich aber klar, wenn das Display der Bip 5 stört. Das AMOLED-Display der Bip 6 ist der größte Alltagsgewinn. Auch wer häufiger draußen läuft, Karten nutzen möchte, Wert auf bessere Wasserfestigkeit legt oder mehr Trainingsfunktionen braucht, bekommt mit der Bip 6 das deutlich modernere Paket.

Für Neukäufer ist die Entscheidung einfacher. Wenn der Preisunterschied nicht groß ist, spricht wenig für die Bip 5. Die Bip 6 ist heller, moderner, sportlicher und vielseitiger. Die Bip 5 lohnt sich höchstens noch als sehr günstiges Angebot.

Fazit: Die Bip 6 ist die Uhr, die die Bip 5 eigentlich sein wollte

Die Amazfit Bip 5 war eine gute günstige Smartwatch mit sichtbaren Kompromissen. Die Amazfit Bip 6 übernimmt das gleiche Grundkonzept, hebt es aber auf ein deutlich besseres Niveau. Das AMOLED-Display, die Offline-Karten, die bessere Wasserfestigkeit, die umfangreicheren Sportfunktionen und die modernere Software machen sie zur klar stärkeren Uhr.

Kauf-Tipp

Amazfit Bip 6 Smart Watch 46mm

Preiswerte Smartwatch mit großem 1,97-Zoll-AMOLED-Display, GPS, Offline-Karten, Bluetooth-Anrufen, Gesundheits- und Schlaftracking sowie 140+ Trainingsmodi.

Geeignet für: Einsteiger, Fitness-Tracking, Alltag, Android- und iPhone-Nutzer

Preis beim letzten Check: Preis beim letzten Check: ca. 70,53 €. Amazon-Preise können sich jederzeit ändern. – Stand: 25.04.2026. Amazon-Preise können sich jederzeit ändern.

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Sie ist keine perfekte Sportuhr. GPS kann schwanken, die Navigation hat Einschränkungen, Barometer und Temperatursensor fehlen, und einige Gesundheitswerte bleiben eher Orientierung als harte Analyse. Trotzdem ist die Bip 6 im direkten Vergleich die deutlich rundere Wahl.

Wer bereits eine Bip 5 besitzt, sollte vor allem wegen Display, Karten und Sportfunktionen wechseln. Wer neu kauft, sollte direkt zur Bip 6 greifen. Die Bip 5 war gut für ihren Preis. Die Bip 6 ist das überzeugendere Gesamtpaket.

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