Gegner kommen von links, du schießt nach rechts, Werte steigen, irgendwann wartet der nächste Bildschirm. Knock Knock Room Defense von Joy Nice Games gehört trotz seiner einfachen Grundidee nicht ganz in diese Kategorie. Das Spiel mischt Idle-RPG, Tower Defense und Horror und setzt dabei auf ein ungewöhnliches Szenario: Statt eine Burg oder eine klassische Basis auszubauen, suchst du dir ein Zimmer, legst dich ins Bett und hoffst, dass die Monster draußen bleiben.
Ganz so passiv, wie das zunächst klingt, ist das allerdings nicht. Während dein Charakter im Bett liegt, produziert dieses kontinuierlich Ressourcen. Mit dem Geld verbesserst du das Bett, verstärkst die Tür und beschwörst Figuren, die sich vor deinem Zimmer positionieren und angreifende Kreaturen bekämpfen. Spätestens wenn sich ein überdimensionierter Vogelscheuchen-Gegner vor der Tür aufbaut, wird aus der vermeintlich gemütlichen Nachtruhe eine kleine Verteidigungsschlacht.
Gerade deshalb ist Knock Knock Room Defense ein ziemlich guter Mobile-Game-Tipp für die Wochen und Tage vor Halloween. Das Spiel arbeitet zwar mit Geistern, Monstern, dunklen Räumen und Kürbisfiguren, bleibt optisch aber deutlich näher an verspieltem Cartoon-Horror als an echtem Grusel. Wer Ende Oktober etwas spielen möchte, das zur Jahreszeit passt, ohne direkt ein komplexes Horrorspiel anzufangen, bekommt hier eine interessante Mischung aus kurzer Session, Fortschrittssystem und Tower Defense.
In diesem Artikel7 Abschnitte
Das Bett ist in Knock Knock Room Defense deine wichtigste Geldmaschine
Die zentrale Spielidee ist schnell verstanden. Nach dem Start suchst du dir einen freien Raum und legst deinen Charakter ins Bett. Während er dort bleibt, entstehen fortlaufend Ressourcen. Diese investierst du zunächst wieder in das Bett, wodurch die Einnahmen pro Sekunde steigen.
Gleichzeitig muss die Zimmertür verbessert werden. Sie ist die eigentliche Schutzmauer zwischen dir und den Gegnern. Das Interessante daran: Bett und Tür hängen teilweise voneinander ab. Für weitere Bett-Upgrades wird zunächst eine ausreichend starke Tür benötigt. Du kannst deine Wirtschaft also nicht einfach blind maximieren und die Verteidigung ignorieren.
Damit entsteht eine kleine Optimierungsschleife. Mehr Einkommen ermöglicht bessere Verteidiger, stärkere Verteidiger halten Gegner zuverlässiger fern und eine stabilere Tür verschafft dir wiederum mehr Zeit zum Ausbau. Besonders kompliziert ist das nicht, aber gerade in den kurzen Runden funktioniert dieses Wechselspiel überraschend gut.
Vor der Tür entsteht nach und nach deine eigene Monsterabwehr
Das zweite wichtige Element sind die beschwörbaren Helden. Sie werden rund um den Raum platziert und greifen automatisch alles an, was sich deiner Tür nähert. Anfangs steht nur eine kleine Auswahl zur Verfügung. Später kommen weitere Figuren mit unterschiedlichen Seltenheitsstufen hinzu.
Erhältst du einen Charakter mehrfach, kann seine Sternenstufe steigen. Dadurch werden einzelne Einheiten im Verlauf einer Runde erheblich stärker. Gerade Figuren mit hoher Reichweite können dadurch schnell zum Mittelpunkt der Verteidigung werden.
Zusätzlich gibt es Artefakte und Fähigkeiten, mit denen sich besonders gefährliche Situationen entschärfen lassen. Das wird spätestens bei stärkeren Gegnern wichtig. Schon früh tauchen Bosse auf, und die große Vogelscheuche macht optisch deutlich, dass Knock Knock Room Defense seine Horror-Idee durchaus ernst nimmt – zumindest innerhalb seines bewusst überzeichneten Comic-Stils.
Die Kämpfe laufen weitgehend automatisch. Deine Aufgabe besteht eher darin, im richtigen Moment Ressourcen zu investieren und zu entscheiden, ob du Einkommen, Tür oder Angriffskraft verbesserst. Dadurch erinnert das Spiel stellenweise stärker an einen kleinen Echtzeit-Aufbau als an klassisches Tower Defense.
Andere Räume machen die Matches interessanter
Während einer Runde befinden sich offenbar mehrere Räume beziehungsweise weitere Teilnehmer auf derselben Karte. Du kannst dich umsehen und beobachten, wie weit deren Verteidigung bereits ausgebaut ist. Ob es sich dabei immer tatsächlich um andere Spieler handelt oder teilweise mit simulierten Teilnehmern gearbeitet wird, lässt sich aus dem vorliegenden Material allerdings nicht sicher ableiten.
Spielerisch funktioniert die Umgebung trotzdem als Vergleich. Während vor dem eigenen Zimmer vielleicht erst drei Verteidiger stehen, kann ein anderer Raum bereits erheblich stärker ausgebaut sein. Außerdem besitzen die Räume unterschiedliche Boni. Genannt werden beispielsweise zusätzliche magische oder physische Schadenswerte für die eingesetzten Helden.
Damit bekommt bereits die Wahl des Raums eine strategische Komponente. Wer später regelmäßig spielt, dürfte recht schnell darauf achten, welcher Bonus zur eigenen Zusammenstellung passt.
Pumpkin Jack, Geister und ein ziemlich wilder Figurenmix
Schon bei der Charakterauswahl zeigt Knock Knock Room Defense deutlich, welche Richtung es einschlagen will. Pumpkin Jack mit seinem Kürbiskopf passt praktisch direkt in ein Halloween-Special. Daneben stehen unter anderem eine Shadow Girl und ein Plush Terror zur Auswahl.
Später wird der Figurenpool wesentlich größer. Dazu gehören Geister, Sensenfiguren, Pinocchio und zahlreiche weitere Helden. Einige Designs erinnern auffällig an bekannte Figuren aus Filmen, Comics und Popkultur. Das Spiel scheint bewusst mit diesen Assoziationen zu spielen, ohne dass aus dem vorliegenden Material beurteilt werden kann, wie offiziell oder weitgehend diese Anlehnungen tatsächlich sind.
Für das Spiel selbst ist dieser wilde Mix allerdings ziemlich wirkungsvoll. Knock Knock Room Defense versucht gar nicht erst, eine geschlossene klassische Horrorwelt aufzubauen. Stattdessen entsteht eine Art Monster-Spielzeugkiste, in der Kürbisköpfe, Geister und fantastische Helden nebeneinander kämpfen.
Nach dem Match beginnt der typische Idle-RPG-Ausbau
Mit den einzelnen Verteidigungsrunden ist das Spiel längst nicht abgeschlossen. Außerhalb der Matches lassen sich dauerhafte Werte verbessern. Dazu gehören Angriff, Lebenspunkte und weitere Boni für das gesamte Team.
Daneben werden nach und nach zusätzliche Systeme freigeschaltet. Dazu gehören Ausrüstung, Artefakte, weitere Helden, ein Gegner-Kodex sowie zusätzliche Beschwörungen. Viele Funktionen sind zunächst an Fortschritt oder bestimmte Level gebunden.
Knock Knock Room Defense folgt damit einem inzwischen sehr verbreiteten Mobile-RPG-Prinzip. Die eigentlichen Matches liefern Ressourcen, diese fließen anschließend in dauerhafte Verbesserungen und stärkere Teams ermöglichen wiederum höhere Stufen.
Hinzu kommen Idle-Belohnungen. Das Spiel verteilt also auch Ressourcen für Zeiten, in denen du nicht aktiv spielst. Außerdem existieren zeitabhängige Belohnungen, tägliche Login-Systeme sowie Events mit Aufgaben über mehrere Tage. Ein gezeigtes Sieben-Tage-Event belohnt beispielsweise abgeschlossene Tagesmissionen und führt schrittweise zu weiteren Belohnungen.
Kostenlos heißt auch hier: Werbung, Shop und Pass
Knock Knock Room Defense ist kostenlos spielbar, bringt dafür aber die bekannten Monetarisierungssysteme mit. Nach einer gewonnenen Runde lässt sich die Belohnung durch das Ansehen einer Werbung verdoppeln. Wer darauf keine Lust hat, kann die normale Belohnung nehmen und weiterspielen.
Auch ein Shop gehört zum Spiel. Zusätzlich ist eine beschleunigte Spielgeschwindigkeit vorhanden, wobei die gezeigte 2x-Funktion an einen Pass gebunden ist. Gerade bei einem Idle-Spiel ist das ein Punkt, der im längeren Spielverlauf relevant werden kann. Wenn sich spätere Runden stark wiederholen, entscheidet die Geschwindigkeit schnell darüber, ob sich das Spiel angenehm oder unnötig langsam anfühlt.
Nach den ersten Runden wirkt die Monetarisierung noch nicht zwingend notwendig, um überhaupt voranzukommen. Wie stark sich das mit höherem Fortschritt verändert, lässt sich nach diesem frühen Spieleindruck allerdings noch nicht seriös beurteilen.
Warum Knock Knock Room Defense vor Halloween besonders gut funktioniert
Halloween-Spiele müssen nicht zwangsläufig aus aufwendigen Horrorgeschichten, Zombies und Jumpscares bestehen. Gerade auf dem Smartphone funktionieren oft kleinere Spiele besser, die man für zehn oder zwanzig Minuten startet und danach wieder zur Seite legt.
Knock Knock Room Defense passt genau in dieses Schema. Das Schlafzimmer als Basis ist ungewöhnlich, die Monster kommen direkt an die Tür und mit Pumpkin Jack liefert das Spiel seinen passenden Halloween-Charakter gleich mit. Gleichzeitig bleibt alles bunt und spielerisch genug, dass daraus kein echtes Horrorerlebnis wird.
Wer also in den Tagen vor Halloween nach einem kostenlosen Mobile Game mit etwas Gruselstimmung sucht, kann Knock Knock Room Defense durchaus ausprobieren. Besonders interessant ist dabei weniger ein einzelnes Feature als die Kombination aus Idle-Einkommen, Tür-Upgrades, automatisch kämpfenden Helden und kurzen Verteidigungsrunden. Das Spiel startet unkompliziert, zeigt aber schon früh genug Ausbau- und Sammelsysteme, um über die ersten Matches hinaus Beschäftigung zu bieten.
Der entscheidende Test kommt später: Wie lange bleiben die Verteidigungsrunden abwechslungsreich, wie stark bremst das Fortschrittssystem und wie aggressiv werden Werbung, Pass und In-App-Käufe eingesetzt? Für ein paar düstere Abende im Oktober ist die Ausgangslage jedenfalls ziemlich passend.



