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Ubongo Junior im Happy Meal: Anleitung, Regeln und unser Eindruck

9 Min. Lesezeit

Mit Ubongo Junior ist aktuell eines der vermutlich unkomplizierteren KOSMOS-Spiele im McDonald’s Happy Meal erhältlich. Nach CATAN Junior, Cascadia Junior, Monsterfalle und Die drei ??? Kids – Gespensterjagd haben wir uns auch diese kompakte Ausgabe vorgenommen und direkt ausprobiert.

Der erste Eindruck täuscht dabei ein wenig. Das Prinzip lässt sich zwar in wenigen Sätzen erklären, einige der Aufgaben können aber selbst Erwachsene länger beschäftigen als erwartet. Genau das ist uns beim Spielen ebenfalls passiert: Aus einem vermeintlich einfachen Kinderpuzzle wurde plötzlich die Frage, wie zum Teufel Giraffe und Löwe überhaupt gemeinsam in die vorgegebene Form passen sollen.

In diesem Artikel19 Abschnitte

Was ist Ubongo Junior im Happy Meal?

Ubongo Junior ist ein Puzzle- und Legespiel für Kinder ab fünf Jahren. Die Happy-Meal-Version kann mit einem bis vier Spielern gespielt werden und funktioniert damit auch allein, was sie von einigen anderen Spielen der aktuellen KOSMOS-Aktion unterscheidet.

Jeder Spieler besitzt einen kleinen Raster-Spielplan und Tier-Legeteile in einer bestimmten Farbe. Auf den Aufgabenkarten ist vorgegeben, welche dieser Teile benötigt werden und welche Form daraus auf dem Spielplan entstehen soll.

Die Grundidee erinnert ein wenig an Tetris. Die Teile bestehen allerdings nicht nur aus den bekannten geraden Tetris-Formen, sondern kommen teilweise deutlich ungewöhnlicher daher. Zusätzlich sind verschiedene Tiere wie Löwe, Giraffe, Zebra oder Chamäleon darauf abgebildet, was die kleine Ausgabe optisch abwechslungsreicher macht.

Was befindet sich in der Happy-Meal-Version?

Die kompakte Ausgabe bringt trotz ihrer kleinen Verpackung einiges an Material mit. Enthalten sind insgesamt:

  • 24 Aufgabenkarten mit Puzzles
  • 4 Spielpläne
  • 4 Sets mit jeweils 5 Tier-Legeteilen

Die Legeteile gibt es in vier Farben. Wer beispielsweise mit Grün spielt, verwendet die grünen Tier-Legeteile und bekommt die dazugehörigen Aufgabenkarten.

Die vier Spielpläne sind dagegen funktional identisch. Sie bestehen aus einem einfachen Raster, auf dem die Tiere später entsprechend der Aufgabenkarte angeordnet werden.

So bereitet ihr Ubongo Junior vor

Zunächst werden die Spielerfarben verteilt. Die Anleitung schlägt vor, jeweils ein Tier-Legeteil jeder Farbe in die Schachtel zu legen und daraus zufällig eine Farbe zu ziehen.

Danach nimmt sich jeder Spieler die restlichen Tier-Legeteile seiner Farbe. Zusätzlich bekommt jeder einen Spielplan sowie fünf Aufgabenkarten der eigenen Farbe, die als Nachziehstapel bereitgelegt werden.

Wer mit einem jüngeren Kind einfach erst einmal ausprobieren möchte, wie das Spiel funktioniert, muss diese Vorbereitung allerdings nicht übermäßig ernst nehmen. Gerade bei einem Fünfjährigen kann man die Teile auch zunächst frei ausprobieren und gemeinsam puzzeln, bevor Zeitdruck und Wertung überhaupt eine Rolle spielen. Genau das bietet sich bei Ubongo Junior besonders gut an.

Wie funktioniert eine Aufgabe?

Zu Beginn einer Runde wird die oberste Aufgabenkarte aufgedeckt. Auf ihr ist zu sehen, welche Tier-Legeteile für das aktuelle Puzzle gebraucht werden.

Angenommen, auf der Karte sind Löwe und Krokodil vorgegeben. Dann sucht der Spieler genau diese beiden Teile aus seinem eigenen Set heraus.

Auf der Aufgabenkarte ist außerdem eine bestimmte Form abgebildet. Diese Form muss nun mit den genannten Tier-Legeteilen exakt auf dem eigenen Raster nachgebaut werden.

Dabei dürfen die Teile gedreht und passend angeordnet werden. Entscheidend ist, dass sie am Ende exakt die abgebildete Gesamtform ergeben.

Wichtig: Die Form auf der Karte ist nicht die Lösung

Das hat uns beim ersten Spielen kurz irritiert. Die Darstellung auf der Aufgabenkarte zeigt nicht, welches Tier an welcher konkreten Position liegen muss.

Sie zeigt lediglich die Gesamtform, die aus den benötigten Tier-Legeteilen entstehen soll. Wie die einzelnen Teile darin angeordnet werden, müsst ihr selbst herausfinden.

Genau daraus entsteht der eigentliche Puzzle-Effekt. Man probiert eine Position aus, dreht ein Teil, verschiebt das andere und stellt irgendwann fest, dass alles doch nicht so passt, wie man zunächst dachte.

Wer fertig ist, ruft „Ubongo!“

Sobald ein Spieler seine Aufgabe korrekt gelöst hat, ruft er laut „Ubongo!“. Damit steht fest, dass er seine Aufgabe als Erster beendet hat.

Bei einer entspannten Partie zu Hause darf man das natürlich entsprechend enthusiastisch tun. Wer gerade mitten bei McDonald’s sitzt, kann das möglicherweise etwas dezenter gestalten als in unserem Video.

Je nach Anzahl der Spieler dürfen die anderen anschließend noch weiterpuzzeln. Die Wertung funktioniert nämlich mit zwei, drei und vier Spielern etwas unterschiedlich.

Wertung bei zwei Spielern

Bei zwei Spielern ist die Sache besonders einfach. Wer zuerst „Ubongo!“ ruft, behält die eigene Aufgabenkarte und legt sie auf seinen persönlichen Gewinnstapel.

Der zweite Spieler geht in dieser Runde leer aus. Seine nicht rechtzeitig gelöste Aufgabenkarte kommt zurück in die Schachtel.

Danach beginnt die nächste Runde mit neuen Aufgaben.

Wertung bei drei Spielern

Mit drei Spielern wird das System etwas interessanter. Der schnellste Spieler behält seine eigene Aufgabenkarte und bekommt zusätzlich die Karte des langsamsten Spielers.

Der zweitplatzierte Spieler darf seine eigene Karte ebenfalls behalten. Nur der dritte Spieler geht leer aus und gibt seine Karte an den Sieger der Runde ab.

Damit kann der schnellste Spieler in einer Runde gleich zwei Karten gewinnen.

Wertung bei vier Spielern

Bei vier Spielern funktioniert die Wertung nach demselben Grundprinzip. Der schnellste Spieler behält seine eigene Aufgabenkarte und bekommt zusätzlich die Karte des vierten und damit langsamsten Spielers.

Der zweite und dritte Spieler behalten jeweils ihre eigenen Karten. Nur der letzte Spieler geht leer aus.

Das klingt beim Lesen etwas komplizierter, als es in der Praxis ist. Nach der ersten Runde ist sofort klar, wer welche Karte bekommt.

Wie viele Runden werden gespielt?

Eine reguläre Partie besteht aus fünf Runden. Anschließend werden die gewonnenen Aufgabenkarten gezählt.

Wer die meisten Karten gesammelt hat, gewinnt Ubongo Junior. Haben mehrere Spieler gleich viele Karten gewonnen, teilen sie sich den Sieg.

Das bedeutet gleichzeitig, dass eine Partie angenehm kurz bleibt. Gerade für jüngere Kinder passt das besser als ein Spiel, das sich über eine halbe Stunde oder länger zieht.

Sind die Aufgaben wirklich so einfach?

Hier hat uns Ubongo Junior positiv überrascht. Die Altersangabe ab fünf Jahren und die überschaubaren Spielregeln lassen zunächst vermuten, dass ein Erwachsener praktisch durch sämtliche Aufgaben marschiert.

Ganz so trivial ist es nicht.

Bei unserer Partie gab es beispielsweise eine Kombination aus Giraffe und Löwe, bei der die richtige Anordnung keineswegs sofort ersichtlich war. Auch weitere Aufgaben sahen auf den ersten Blick einfacher aus, als sie beim tatsächlichen Legen waren.

Damit funktioniert das Spiel durchaus auch gemeinsam mit Erwachsenen. Natürlich werden viele Aufgaben nach etwas Probieren schnell gelöst, aber zumindest gelegentlich muss man ein bisschen räumlich denken.

Ubongo Junior ohne Zeitdruck spielen

Gerade mit jüngeren Kindern würden wir den Wettbewerb zunächst gar nicht so streng nehmen. Man kann die Karten problemlos einfach als kleine Puzzle-Aufgaben benutzen und gemeinsam versuchen, die richtige Lösung zu finden.

Das nimmt den Geschwindigkeitsdruck heraus und macht Ubongo Junior zu einem einfachen kleinen Knobelspiel. Erst wenn das Prinzip verstanden wurde, kann daraus eine richtige Partie mit „Ubongo!“-Rufen und Kartenwertung werden.

Diese Variante ist zwar nicht der eigentliche Wettkampfmodus, ergibt sich bei der Happy-Meal-Ausgabe aber fast automatisch. Gerade unmittelbar nach dem Auspacken möchten Kinder wahrscheinlich erst einmal ausprobieren, was mit den Teilen überhaupt möglich ist.

Ubongo Junior alleine spielen

Eine weitere Besonderheit ist der Solo-Modus. Dabei könnt ihr euch eine Farbe und die dazugehörigen Aufgabenkarten nehmen und versuchen, die einzelnen Puzzles nacheinander zu lösen.

Ohne Zeitlimit wird einfach geschaut, wie viele Aufgaben geschafft werden. Gelöste Karten kommen auf den Gewinnstapel, während nicht gelöste Aufgaben aussortiert werden können.

Anschließend lässt sich das Ergebnis bei einer weiteren Partie mit einer anderen Farbe vergleichen. Das macht Ubongo Junior auch dann brauchbar, wenn gerade kein zweiter Mitspieler verfügbar ist.

Solo-Modus gegen die Uhr

Wer etwas mehr Herausforderung möchte, kann zusätzlich eine Stoppuhr verwenden. Die Anleitung schlägt verschiedene Zeitlimits vor, innerhalb derer möglichst viele Aufgabenkarten gelöst werden sollen.

Nach einer gelösten Aufgabe wird sofort die nächste Karte genommen. Kommt man mit einem Puzzle überhaupt nicht weiter, kann die entsprechende Karte beiseitegelegt werden und man versucht sich an der nächsten.

Am Ende wird gezählt, wie viele Aufgaben innerhalb der Zeit geschafft wurden. Damit lässt sich Ubongo Junior überraschend gut auch als kleine persönliche Challenge spielen.

Wie hoch ist der Wiederspielwert?

Hier liegt gleichzeitig die größte Grenze der Happy-Meal-Version. Insgesamt gibt es 24 Puzzles, sodass natürlich nicht unendlich viele neue Kombinationen vorhanden sind.

Beim ersten und zweiten Durchspielen muss man die Lösungen wirklich noch herausfinden. Wer dieselben Aufgaben allerdings häufig wiederholt, wird sich irgendwann erinnern, wie die Teile angeordnet werden müssen.

Der Wiederspielwert ist deshalb nicht unbegrenzt. Im Video war genau das unser Kritikpunkt: Hat man die verschiedenen Muster mehrfach gelöst, fehlt ein Zufallselement, das ständig neue Aufgaben erzeugen würde.

Für eine Happy-Meal-Beigabe ist der Umfang aber vollkommen ordentlich. 24 echte Puzzle-Aufgaben sind deutlich mehr Beschäftigung als bei manchem klassischen kleinen Spielzeug.

Unser Eindruck von Ubongo Junior

Von Ubongo Junior hatten wir zunächst ehrlich gesagt weniger erwartet. Das Spiel sieht extrem einfach aus und benötigt im Gegensatz zu CATAN Junior oder Cascadia Junior kaum eine längere Einführung.

Gerade diese Einfachheit funktioniert aber gut. Auspacken, zwei Tierformen nehmen und versuchen, sie in das Raster zu bekommen – mehr braucht es für die erste Runde kaum.

Positiv ist außerdem, dass sich der Schwierigkeitsgrad praktisch von selbst anpassen lässt. Mit jüngeren Kindern kann entspannt gemeinsam gepuzzelt werden, während ältere Kinder oder Erwachsene gegeneinander auf Geschwindigkeit spielen oder den Solo-Modus gegen die Uhr nutzen können.

Wie schlägt sich Ubongo Junior gegenüber den anderen Happy-Meal-Spielen?

Unter den bisher ausprobierten KOSMOS-Spielen nimmt Ubongo Junior eine eigene Rolle ein. CATAN Junior bietet deutlich mehr Strategie, Cascadia Junior mehr längerfristige Entscheidungen und Gespensterjagd setzt stärker auf Kooperation und Risiko.

Monsterfalle war dagegen vor allem ein hektisches Geschicklichkeitsspiel. Ubongo Junior wirkt im Vergleich ruhiger, konzentrierter und unmittelbarer.

Man muss praktisch keine komplexen Regeln lernen, bekommt aber trotzdem echte Aufgaben gestellt. Gerade deshalb dürfte es für Familien interessant sein, die ein Spiel suchen, das ohne große Vorbereitung direkt funktioniert.

Video: Ubongo Junior Happy Meal Anleitung

Wir haben Ubongo Junior natürlich auch wieder direkt ausprobiert und als Video erklärt. Darin zeigen wir nicht nur den Spielaufbau und die Wertung, sondern lösen auch eine Aufgabe und scheitern an einer anderen zunächst überraschend hart.

Das Video zeigt dadurch ziemlich gut, was das Spiel ausmacht: Die Regeln sind simpel, die Lösung eines Puzzles muss deshalb noch lange nicht sofort offensichtlich sein.

Wer die Happy-Meal-Version gerade vor sich liegen hat, kann sich die Anleitung dort direkt am tatsächlichen Spielmaterial ansehen.

Fazit: Einfach erklärt, aber nicht völlig banal

Ubongo Junior gehört zu den schnellsten Happy-Meal-Spielen, wenn es darum geht, die Regeln zu verstehen. Das macht es aber keineswegs uninteressant, denn die eigentliche Herausforderung steckt nicht im Regelwerk, sondern in den Puzzle-Aufgaben selbst.

Gerade die Mischung aus unkompliziertem Einstieg, kurzen Runden und überraschend kniffligen Einzelaufgaben gefällt uns. Für jüngere Kinder lässt sich der Wettbewerbsdruck problemlos herausnehmen, während ältere Spieler gegeneinander oder allein gegen die Zeit antreten können.

Der begrenzte Vorrat von 24 Aufgaben verhindert zwar einen endlosen Wiederspielwert, für eine kompakte Happy-Meal-Version ist das Gebotene aber erstaunlich ordentlich. Nach dem eher enttäuschenden Monsterfalle hat uns Ubongo Junior jedenfalls positiv überrascht und macht deutlich mehr Spaß, als die extrem einfachen Regeln zunächst vermuten lassen.

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