Acht Tage kostenlos ins Fitnessstudio, ohne Mitgliedschaft und angeblich ohne große Hürden: Mit United Let’s Move 2026 wirbt die Fitnessbranche derzeit auch auf TikTok für eine ungewöhnlich große Gratisaktion. Vom 23. bis 30. September 2026 sollen Nichtmitglieder in teilnehmenden Studios kostenlos trainieren können. McFIT, FitX, Fitness First, John Reed und zahlreiche weitere Anbieter werden auf der offiziellen Seite als Partner genannt.
Auf dem Smartphone wirkt das zunächst denkbar unkompliziert. Studio im Finder auswählen, hingehen, trainieren. Genau diese Einfachheit verspricht die Aktion ausdrücklich. Wer Fitnessstudios kennt, dürfte sich allerdings ziemlich schnell eine praktische Frage stellen: Wie kommt ein Nichtmitglied eigentlich durch die Eingangstür?
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Die Werbung ist einfacher als der übliche Studiozugang
Fitnessstudios sind inzwischen stark digitalisiert. Zugangskarten, QR-Codes und Apps gehören bei vielen Ketten zum Alltag. Kurse werden digital gebucht, manche Leistungen sind an den Account gekoppelt und bei einem Probetraining müssen häufig zunächst persönliche Daten aufgenommen werden.
Das merkt man bereits bei deutlich kleineren Aktionen. Wer beispielsweise bei McFIT einen Freund zu einem kostenlosen Training mitbringt, kann je nach Studio und Situation erst einmal am Empfang landen. Nach unserer eigenen Erfahrung kann die Registrierung dort erstaunlich viel Zeit beanspruchen, wenn gerade viel Betrieb herrscht. Das ist kein Beleg dafür, dass es während United Let’s Move genauso laufen wird. Es zeigt aber das praktische Problem einer Aktion, bei der plötzlich zahlreiche Menschen ohne bestehenden Studioaccount auftauchen können.
Die United-Let’s-Move-Seite erklärt den Ablauf sehr knapp: Studio suchen, vorbeikommen und während der Aktionswoche kostenlos trainieren. Die Initiative wirbt sogar mit „acht Tage Open Gym“ und nennt neben Kraft- und Cardiotraining auch Kurse und Sauna. Laut Veranstalter sollen mehr als 9.500 Studios in Deutschland und Österreich beteiligt sein.
Gerade bei dieser Größenordnung wären konkretere Hinweise zum Zugang hilfreich.
Brauche ich eine App, einen Account oder einen Ausweis?
Auf der offiziellen Seite gibt es einen Studio-Finder und eine FAQ. Klar beantwortet wird dort, wer teilnehmen darf: Personen, die bislang kein Mitglied im jeweiligen teilnehmenden Studio sind.
Für die eigentliche Durchführung bleiben derzeit jedoch Fragen. Wie wird ein Gast im Studio registriert? Muss ein Ausweis vorgelegt werden? Gibt es einen temporären Zugangscode? Wird ein Gastprofil erstellt? Ist dafür die App der jeweiligen Kette erforderlich? Gelten bei 24-Stunden-Studios tatsächlich die kompletten Öffnungszeiten oder nur Zeiten, in denen Personal am Empfang sitzt?
Das sind technische Details, die bei einer solchen Aktion schnell entscheidend werden. Ein 24/7 geöffnetes FitX-Studio wird beispielsweise im United-Let’s-Move-Finder entsprechend gekennzeichnet. Daraus folgt noch nicht automatisch, dass ein bislang unbekannter Gast nachts um 2 Uhr ohne bestehenden Zugang ebenfalls hineinkommt.
Auch bei den Kursen stellt sich die gleiche Frage. United Let’s Move wirbt ausdrücklich damit, dass während der acht Tage auch Kurse genutzt werden können. Bei vielen Studios hängen Kursplätze allerdings an Buchungssystemen und bestehenden Nutzerkonten.
Bei Firmenfitness wird der digitale Zugang plötzlich konkret
Interessant ist ein Detail auf der Aktionsseite. Für Partnernetzwerke wie Urban Sports Club, EGYM Wellpass und Sportnavi werden eigene Zugangswege genannt. Bei Urban Sports Club weist die Seite beispielsweise ausdrücklich auf die Buchung beziehungsweise Nutzung über die App hin.
Genau diese Konkretisierung fehlt bislang bei den großen Studioketten. McFIT, FitX und John Reed tauchen als teilnehmende Marken auf, ein für Verbraucher sofort verständlicher Ablauf für den ersten Check-in wird auf der zentralen Aktionsseite jedoch nicht vergleichbar deutlich erklärt.
Das bedeutet nicht, dass die Studios dafür keinen Prozess vorbereitet haben. Die teilnehmenden Betreiber erhalten laut United Let’s Move eigene Materialien und einen Ablaufplan für die Aktionswoche. Die Informationen scheinen damit zumindest teilweise auf Studioseite vorhanden zu sein. Für den Besucher wäre es sinnvoll, diesen Ablauf ebenfalls klar sichtbar zu machen.
Hinter der Gratiswoche steckt natürlich auch Kundengewinnung
Dass Fitnessketten tausende Nichtmitglieder nicht aus reiner Nächstenliebe kostenlos trainieren lassen, dürfte niemanden überraschen. Auf der Seite für teilnehmende Studios beschreibt United Let’s Move den wirtschaftlichen Nutzen recht offen. Betreiber sollen neue Menschen ins Studio bekommen und erhalten die Gelegenheit, diese langfristig als Mitglieder zu gewinnen.
Das macht das kostenlose Angebot nicht automatisch schlechter. Für jemanden, der ohnehin einmal FitX, Fitness First, McFIT oder ein anderes Studio ausprobieren wollte, können acht kostenlose Tage durchaus interessant sein. Man sollte die Aktion lediglich als das betrachten, was sie auch ist: eine sehr große Probetrainings- und Neukundenkampagne der Fitnessbranche.
Im vergangenen Jahr war sie bereits erheblich kleiner erfolgreich. Für 2025 nennt United Let’s Move rund 1.500 teilnehmende Studios und 120.000 Nichtmitglieder, die während der Aktionswoche erreicht wurden. Für 2026 kommuniziert die Initiative nun mehr als 9.500 Studios in Deutschland und Österreich. Die logistische Dimension ist damit deutlich größer.
Einfach hingehen? Wir würden zumindest vorbereitet kommen
Wer United Let’s Move ab dem 23. September ausprobieren möchte, sollte zunächst im offiziellen Studio-Finder prüfen, ob der gewünschte Standort tatsächlich aufgeführt ist. Gerade bei Ketten muss die Teilnahme eines einzelnen Studios nicht allein aus dem Logo der Marke abgeleitet werden.
Außerdem würden wir Smartphone und Personalausweis mitnehmen und bei einem weitgehend automatisierten Studio vorher prüfen, wann Personal vor Ort ist. Das ist derzeit eine Vorsichtsmaßnahme und keine offiziell veröffentlichte Teilnahmebedingung. Gleiches gilt für Kurse, Wellnessangebote und den Zugang außerhalb der Servicezeiten.
Die Grundidee von United Let’s Move ist simpel. Die technische Umsetzung ist es zwangsläufig weniger. Drei Tage vor Beginn der Aktion wäre deshalb eine klare Antwort der beteiligten Ketten auf eine sehr einfache Frage hilfreich:
Was muss ein Nichtmitglied am 23. September konkret tun, um bei euch die Tür aufzumachen und mit dem Training zu beginnen?
Wir werden uns genau diesen Punkt während der Aktionswoche ansehen.
Ein Blick auf die Aktion im vergangenen Jahr zeigt, warum die Frage nach dem tatsächlichen Zugang relevant ist. FitX beteiligte sich 2025 mit allen 109 Studios, schränkte das kostenlose Training für Nichtmitglieder aber auf die Zeit zwischen 9 und 21 Uhr ein. Mitglieder konnten dagegen wie gewohnt rund um die Uhr trainieren. FitX beschrieb den Ablauf damals außerdem mit den Schritten „Studio oder Sportart finden“ und anschließend kostenlos anmelden. Für 2026 wirbt die zentrale United-Let’s-Move-Seite nun wesentlich einfacher mit „Du suchst dir ein Studio, kommst vorbei und legst los“ und führt FitX-Standorte im Finder teilweise als „24/7 offen“. Ob diese Angabe auch für Aktionsgäste gilt und ob die vorherige Anmeldung 2026 entfallen ist, bleibt damit erklärungsbedürftig.


