Eine Elektroheizung mit WLAN und App-Steuerung passt ziemlich genau in unser Beuteschema bei Check-App. Denn bei der Bringer Hybrid-Infrarotheizung mit Konvektion interessiert uns nicht nur, ob sie warm wird. Spannender ist die Frage, ob aus einer vergleichsweise simplen Elektroheizung durch App, Thermostat, Zeitsteuerung und verschiedene Leistungsstufen tatsächlich ein sinnvoll steuerbares Heizgerät wird – oder ob WLAN am Ende nur auf der Verpackung gut aussieht.
Wir testen die weiße Variante mit 2000 Watt, die Bringer aktuell als Kombination aus Infrarot- und Konvektionsheizung anbietet. Sie kann an der Wand montiert oder mit den mitgelieferten Standfüßen frei im Raum aufgestellt werden. Die Steuerung erfolgt direkt am Gerät, über die Fernbedienung oder per WLAN über die Tuya Smart App. Bringer nennt außerdem unter anderem Timer, Fenster-Offen-Erkennung und Überhitzungsschutz.

Gerade die App war für uns ein wichtiger Grund, sich dieses Modell näher anzusehen. In der Praxis zeigt sich allerdings schnell: Die Bringer-Heizung hat einige richtig gute Ideen, aber auch Details, bei denen wir uns eine zweite Überarbeitung der Hardware wünschen würden.
In diesem Artikel15 Abschnitte
Bringer setzt auf Tuya statt auf eine eigene Heizungs-App
Beginnen wir mit der App, denn bei einem smart beworbenen Heizgerät ist sie für uns kein Nebenthema. Bringer entwickelt hierfür keine komplett eigene Plattform, sondern setzt auf das Tuya-System. Das ist bei Smart-Home-Produkten nichts Ungewöhnliches: Tuya stellt Herstellern eine IoT-Plattform bereit, auf deren Basis zahlreiche vernetzte Geräte und Apps funktionieren.

Das hat einen entscheidenden Vorteil. Wer bereits Tuya-kompatible Geräte besitzt, muss für die Heizung nicht zwangsläufig ein weiteres Smart-Home-Universum aufbauen. Gleichzeitig sollte man wissen, dass die Software damit nicht im gleichen Maße ein Bringer-Produkt ist wie die Heizung selbst.
Die Einrichtung funktionierte bei unserem Test und anschließend landet die Heizung als eigenes Gerät in der App. Die Oberfläche ist überraschend anschaulich: Eine große kreisförmige Anzeige zeigt die eingestellte Solltemperatur, darunter steht die aktuell gemessene Raumtemperatur. In unserem Test waren beispielsweise 25 Grad eingestellt, während die Heizung 20 Grad als aktuelle Temperatur meldete.

Direkt in der App lässt sich die Solltemperatur über Plus und Minus verändern. Außerdem stehen weitere Bedienelemente und Einstellungen zur Verfügung. Damit erfüllt die App ihren wichtigsten Zweck: Wir können die Heizung vom Smartphone aus bedienen, ohne zum Gerät laufen zu müssen.
Genau darin liegt für uns der eigentliche Mehrwert. Eine Heizung wird durch WLAN natürlich nicht effizienter. Aber sie lässt sich komfortabler und gezielter einsetzen. Wer beispielsweise morgens ein Arbeitszimmer aufwärmen oder eine Zusatzheizung nur zu bestimmten Zeiten nutzen möchte, profitiert von einer solchen Steuerung wesentlich stärker als von einem simplen mechanischen Drehregler.
Ganz ohne Kritik bleibt die Softwareseite allerdings nicht. Interessanterweise findet sich selbst unter den Bewertungen auf der Produktseite Kritik an der App; ein Käufer lobt dort die Heizleistung, zieht wegen der App aber einen Stern ab. Unsere Erfahrung ist weniger drastisch: Die App funktioniert und bietet einen echten Nutzen. Man sollte nur keine speziell für Bringer entwickelte Premium-Heizungs-App erwarten.
Drei Möglichkeiten zur Bedienung – und das ist gut gelöst
Die App ist zum Glück keine Voraussetzung für den Betrieb. Das halten wir bei einem Heizgerät für wichtig.
An der rechten Seite befindet sich ein schmales Bedienfeld mit LED-Anzeige. Darüber lassen sich die Heizung ein- und ausschalten, der Timer bedienen und die Temperatur mit Plus und Minus verändern. Nach dem Einschalten sind laut Anleitung zunächst 25 Grad voreingestellt. Die Temperatur lässt sich anschließend in Ein-Grad-Schritten verändern.

Dazu kommt die mitgelieferte Fernbedienung. Sie besitzt separate Tasten für Plus und Minus, Timer, ECO-Modus, Kindersicherung und Ein/Aus. Auch das Display lässt sich damit abschalten.
Im Alltag ist diese Dreiteilung ziemlich gelungen. Wer direkt neben der Heizung steht, benutzt das Bedienfeld. Vom Sofa aus reicht die Fernbedienung. Und wer aus einem anderen Raum oder über eine Automatisierung eingreifen möchte, nimmt die App.
Das klingt banal, ist aber besser als Smart-Home-Produkte, bei denen grundlegende Funktionen plötzlich nur noch nach Anmeldung in irgendeiner App erreichbar sind.
1000 oder 2000 Watt: Was der ECO-Modus tatsächlich macht
Bei unserem Modell stehen zwei Leistungsstufen zur Verfügung. Im ECO-Modus arbeitet die Heizung laut Bedienungsanleitung mit 1000 Watt, im Vollleistungsmodus mit 2000 Watt.
Der Begriff ECO sollte dabei nicht missverstanden werden. Aus 1000 Watt elektrischer Leistungsaufnahme wird nicht durch einen Tastendruck plötzlich eine Wunderheizung. Der Modus reduziert schlicht die maximale Leistung.

Das kann trotzdem sinnvoll sein. Muss ein Raum nicht möglichst schnell aufgeheizt werden oder soll lediglich etwas zusätzliche Wärme bereitgestellt werden, reichen 1000 Watt möglicherweise aus. Bei größerem Wärmebedarf stehen die vollen 2000 Watt zur Verfügung.
Entscheidender für den praktischen Energieverbrauch ist ohnehin das Thermostat. Laut Anleitung beginnt die Heizung zu arbeiten, wenn die gemessene Raumtemperatur etwa ein Grad unter dem eingestellten Sollwert liegt, und beendet den Heizbetrieb beim Erreichen der eingestellten Temperatur.
Das ist der Punkt, an dem die Kombination aus Thermostat und App interessanter wird als die bloße Angabe „2000 Watt“.
Hybridheizung: Infrarot vorne, Konvektion als zweites Prinzip
Bringer bezeichnet das Gerät als Hybrid-Infrarotheizung. Dahinter steckt die Kombination zweier Arten der Wärmeübertragung.
Die große Vorderseite gibt Strahlungswärme ab. Gleichzeitig arbeitet das Gerät mit Konvektion. Auf unseren Fotos der Rückseite sind die entsprechenden langen Lüftungsöffnungen deutlich zu erkennen. Bringer beschreibt das Prinzip ebenfalls ausdrücklich als Kombination aus Infrarot-Strahlungswärme und Konvektionswärme.

Das unterscheidet das Gerät von einer sehr einfachen Infrarotplatte, die primär auf Strahlungswärme setzt. Die Bringer soll einerseits Personen und Oberflächen über die Strahlung erreichen und andererseits die Raumluft erwärmen.

Wie sinnvoll diese Kombination ist, hängt stark vom Einsatzzweck ab. Wer nur punktuell einen bestimmten Platz erwärmen möchte, benötigt nicht zwangsläufig 2000 Watt Konvektionsleistung. Als zusätzliche Heizung für einen ganzen Raum ergibt das Hybridkonzept dagegen mehr Sinn.
Das Design ist eine der Stärken
Optisch gefällt uns die Bringer ausgesprochen gut. Das liegt vor allem daran, dass sie eben nicht wie ein typischer mobiler Elektroheizkörper aussieht.
Die große weiße Vorderseite ist nahezu vollständig frei von technischen Elementen. Keine sichtbaren Heizrippen, keine großen Lüftungsgitter und kein schwarzes Display mitten auf der Front. Dazu kommen stark abgerundete Ecken. Das ergibt ein sehr reduziertes, wohnliches Erscheinungsbild.
Das Bedienmodul sitzt stattdessen als schmale Leiste an der rechten Seite. Im ausgeschalteten Zustand fällt es kaum auf. Sobald die Heizung eingeschaltet wird, erscheinen dort die weißen Ziffern und kleinen Statussymbole.
Gerade auf unseren Fotos sieht man gut, wie wenig Technik von vorn sichtbar bleibt. Erst beim Blick hinter das Gerät zeigen die langen Luftöffnungen, dass hier nicht einfach nur eine weiße Heizplatte steht.


Auch die Verarbeitung der glatten weißen Oberfläche macht zunächst einen ordentlichen Eindruck. Bei unserem Exemplar gibt es allerdings eine kleine Delle sowie eine sichtbare Beschädigung an einer rückwärtigen Ecke. Daraus würden wir ohne weitere Informationen keinen generellen Qualitätsmangel der Serie ableiten. Bei einem neuen Gerät sollte man solche Stellen nach dem Auspacken aber kontrollieren.
Als Standheizung praktisch – aber die Füße überzeugen uns nicht vollständig
Bringer liefert Standfüße sowie Material für die Wandmontage mit. Der Hersteller bewirbt das Gerät entsprechend sowohl als Wand- als auch als Standheizung. Wir nutzen die Standvariante, weil sie wesentlich flexibler ist. Die Füße passen optisch gut zur Heizung. Sie sind ebenfalls weiß, sehr schlicht und verschwinden aus normaler Betrachtungsperspektive beinahe unter dem großen Gerät.

Mechanisch hätten wir uns allerdings mehr gewünscht. Die Füße sind uns für die Größe der 2000-Watt-Heizung etwas zu wackelig. Das Gerät fällt deswegen nicht permanent um, aber die Konstruktion vermittelt nicht die massive Standfestigkeit, die man angesichts der großen Fläche erwarten könnte.
Noch deutlicher wird der zweite Schwachpunkt, sobald die Heizung den Raum wechseln soll.
Sie ist zwar ein Standgerät, aber nicht besonders angenehm zu tragen. Die große, glatte Konstruktion bietet keine vernünftigen Griffmöglichkeiten. Man fasst automatisch irgendwo an Rahmen und Gehäuse und merkt schnell: Für ein Gerät, das flexibel aufgestellt werden soll, wurde der Transport erstaunlich wenig berücksichtigt.
Zwei integrierte Tragegriffe an den Seiten oder auf der Rückseite würden das Konzept erheblich verbessern. Das wäre für eine zukünftige Version ganz oben auf unserer Wunschliste.
Wer die Heizung ohnehin dauerhaft an einem Platz oder an der Wand betreibt, wird sich daran kaum stören. Wer sie morgens im Arbeitszimmer und abends im Wohnzimmer einsetzen möchte, dagegen schon.
Die Oberseite ist keine Ablage – unsere Candy-Crush-Socke demonstriert es
Das minimalistische Design hat sogar einen kleinen Nachteil: Die obere Kante sieht durchaus so aus, als könne man dort schnell etwas ablegen oder darüberhängen. Das sollte man nicht tun.
Auf der Heizung befindet sich ausdrücklich der Hinweis, das Gerät nicht abzudecken. Und weil Warnhinweise in Bedienungsanleitungen gerne überlesen werden, haben wir dafür ein etwas auffälligeres Anschauungsobjekt gewählt: eine Candy-Crush-Socke.

Sie sieht auf der weißen Heizung erstaunlich dekorativ aus. Dort gehört sie trotzdem nicht hin.
Kleidung, Handtücher und andere Gegenstände sollten nicht über das Gerät gehängt werden. Das ist insbesondere angesichts des Hybridaufbaus nachvollziehbar: Die Heizung arbeitet nicht nur über ihre warme Oberfläche, sondern zusätzlich mit Luftzirkulation. Auf der Rückseite befinden sich entsprechend großflächige Lüftungsöffnungen. Bringer nennt außerdem einen Überhitzungsschutz als Sicherheitsfunktion.
Wer also auf die Idee kommt, die Elektroheizung gleich noch als improvisierten Wäschetrockner einzusetzen: Die Socke auf unserem Foto ist ein Symbolbild, keine Nutzungsempfehlung.
Das Thermostat macht die Heizung im Alltag deutlich sinnvoller
Ein wichtiger Bestandteil ist das integrierte Thermostat. Ohne Thermostat wäre ein 2000-Watt-Elektroheizer letztlich ein ziemlich grobes Werkzeug: einschalten, warm werden lassen, ausschalten.
Hier stellt man stattdessen eine Zieltemperatur ein. Die Bedienungsanleitung beschreibt einen Bereich von 5 bis 55 Grad Celsius. Die eingestellte Temperatur blinkt nach einer Änderung kurz im Display und wird anschließend übernommen.
Praktisch ist vor allem, dass man diese Einstellung nicht nur am Gerät vornehmen muss. Fernbedienung und App greifen auf dieselbe Grundfunktion zu.

Bei unserem Test zeigt die App gleichzeitig Soll- und Isttemperatur. Damit lässt sich zumindest nachvollziehen, warum die Heizung gerade arbeitet.
Allerdings sollte man die Temperaturanzeige nicht mit einem hochpräzisen externen Raumthermometer verwechseln. Der Sensor sitzt zwangsläufig in beziehungsweise an einem Gerät, das selbst Wärme produziert. Für die Regelung der Heizung ist der Wert nützlich; wer Raumtemperaturen exakt dokumentieren möchte, sollte separat messen.
Timer und Kindersicherung
Auch ohne Smartphone bringt die Bringer einige Komfortfunktionen mit.
Über die T-Taste lässt sich laut Anleitung ein Countdown-Timer zwischen 0 und 24 Stunden einstellen. Während der Einstellung blinkt die Anzeige; anschließend wechselt das Display zwischen Timer und eingestellter Temperatur.
Eine Kindersicherung ist ebenfalls vorhanden. Am Bedienfeld wird sie durch längeres Drücken von Plus aktiviert; im Display erscheint anschließend „LC“. Über die Fernbedienung existiert dafür eine eigene Taste.
Das Display selbst schaltet sich laut Anleitung nach einer Minute ohne Bedienung aus. Mit einem Tastendruck lässt es sich wieder aktivieren. Gerade in einem dunklen Schlafzimmer ist das angenehmer als ein permanent hell leuchtendes Temperaturdisplay.
Angenehm leise – bis das Gehäuse knackt
Ein Vorteil gegenüber einem klassischen Heizlüfter ist die Geräuschkulisse. Es gibt hier keinen permanent laufenden Ventilator, der ständig durch den Raum rauscht.
Vollkommen lautlos ist die Bringer trotzdem nicht. Beim Erwärmen und späteren Abkühlen hören wir Knackgeräusche und gelegentlich einen etwas deutlicheren Knall aus dem Gerät.
Die naheliegende Erklärung ist die thermische Ausdehnung der Bauteile beziehungsweise des großen Metallgehäuses. Entscheidend ist für einen Test aber weniger die physikalische Erklärung als die praktische Auswirkung: Man hört es.
Tagsüber geht das in den normalen Umgebungsgeräuschen weitgehend unter. In einem sehr ruhigen Raum fällt es dagegen auf. Wer die Heizung im Schlafzimmer verwenden möchte oder auf Geräusche empfindlich reagiert, sollte das wissen.
Es ist also keine laute Heizung im klassischen Sinn. Aber „lautlos“ wäre ebenfalls nicht die richtige Beschreibung.
Wand oder Standgerät?
Die Möglichkeit zur Wandmontage ist mehr als eine beiläufige Alternative. Sie beseitigt gleich zwei unserer Kritikpunkte an der Standversion: Das etwas wackelige Gefühl der Füße spielt keine Rolle mehr und die Frage nach den fehlenden Tragegriffen erledigt sich ebenfalls.
Gleichzeitig verliert man natürlich die Möglichkeit, die Heizung unkompliziert zwischen mehreren Räumen zu bewegen.
Das führt zu einer etwas kuriosen Bewertung: Als fest installierte Heizung gefällt uns die Hardwarekonstruktion besser, als mobiles Standgerät gefällt uns das Nutzungskonzept besser.
Für die nächste Generation müsste Bringer eigentlich nur beide Seiten zusammenbringen: stabilere Standfüße und vernünftige Griffmöglichkeiten.
Was kostet das Heizen mit 2000 Watt?
Bei einer Elektroheizung sollte man über einen Punkt nicht hinweggehen: den Stromverbrauch.
2000 Watt entsprechen bei dauerhaft voller Leistung 2 kWh pro Stunde. Bei beispielsweise 30 Cent pro Kilowattstunde wären das theoretisch 60 Cent pro Stunde. Bei 35 Cent wären es 70 Cent.
Im 1000-Watt-Modus halbiert sich die Leistungsaufnahme entsprechend.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Heizung über mehrere Stunden permanent die volle Leistung aufnimmt. Sobald die Solltemperatur erreicht ist, greift die thermostatische Regelung. Der tatsächliche Verbrauch hängt deshalb unter anderem von Raumgröße, Außentemperatur, Dämmung, eingestellter Temperatur und Nutzungsdauer ab.
Trotzdem bleibt der grundlegende Punkt bestehen: Direktes elektrisches Heizen ist keine magische Spartechnologie.
Der interessante Einsatzzweck liegt für uns deshalb eher in der gezielten Zusatz- und Zonenheizung. Wer beispielsweise nur sein Arbeitszimmer für einige Stunden nutzt, kann diesen Raum gezielt erwärmen, statt deswegen zwangsläufig das gesamte Gebäude stärker zu beheizen.
Genau hier werden App, Timer und Thermostat sinnvoll.
Die Fernbedienung ist trotz App keineswegs überflüssig
Bei Check-App beschäftigen wir uns naturgemäß besonders mit der Smartphone-Steuerung. Nach einigen Tagen merkt man aber, dass die kleine Fernbedienung keineswegs nur eine Zugabe für Menschen ohne WLAN ist.
Liegt sie auf dem Schreibtisch oder Couchtisch, ist eine Temperaturänderung mit einem Tastendruck erledigt. Smartphone entsperren, App öffnen und Gerät auswählen wäre dafür schlicht umständlicher.
Die Fernbedienung bietet außerdem direkten Zugriff auf ECO-Modus, Timer, Kindersicherung und Ein/Aus.
Die beste Lösung besteht deshalb tatsächlich aus allen drei Bedienwegen: App für Planung und Fernzugriff, Fernbedienung für den Alltag und Bedienelemente am Gerät als jederzeit verfügbare Basis.
Fenster-Offen-Erkennung und weitere Funktionen
Bringer nennt zusätzlich eine Window-Open-Funktion, bei der sich die Heizung bei erkanntem geöffnetem Fenster automatisch abschalten soll. Außerdem werden Timerfunktion und Überhitzungsschutz aufgeführt. Das Gerät besitzt laut Hersteller die Schutzklasse IP44.
Gerade die Fenstererkennung ist theoretisch sinnvoll, weil eine Elektroheizung bei offenem Fenster sonst munter versucht, den Temperaturverlust auszugleichen.
Wir würden solche Automatikfunktionen allerdings nicht zum Hauptargument für den Kauf machen. Der wesentlich greifbarere Smart-Home-Nutzen liegt für uns in der Kombination aus Temperatursteuerung, Leistungswahl, Timer und App.
Unser Fazit zur Bringer Hybrid-Infrarotheizung mit Konvektion
Nach unserem bisherigen Test hinterlässt die Bringer einen insgesamt guten Eindruck – gerade weil sie nicht versucht, das Rad neu zu erfinden.
Sie ist im Kern eine leistungsstarke elektrische Zusatzheizung mit 1000 oder 2000 Watt, kombiniert Infrarot- und Konvektionswärme und ergänzt diese relativ klassische Technik um Thermostat, Fernbedienung und WLAN-Steuerung. Der Hersteller bietet unser getestetes 2000-Watt-Modell derzeit in Weiß an; zum Zeitpunkt unserer Recherche wurde es für 169,90 Euro statt regulär 199,90 Euro angeboten. Preise können sich natürlich jederzeit ändern.

Besonders gelungen finden wir das Design. Die große, fast völlig glatte weiße Front wirkt wesentlich wohnlicher als ein klassischer Konvektor. Auch das seitlich integrierte Bedienfeld gefällt uns. Die App ist dabei kein belangloses Extra: Gerade wenn die Heizung gezielt als Zusatzheizung eingesetzt wird, ergeben Fernsteuerung und Temperaturregelung Sinn.
Perfekt ist das Gerät trotzdem nicht. Die Standfüße dürften für unseren Geschmack stabiler sein. Noch stärker stört uns beim mobilen Einsatz, dass an dem großen Gehäuse vernünftige Tragegriffe fehlen. Und wer absolute Ruhe erwartet, sollte wissen, dass das Gehäuse beim Aufheizen und Abkühlen hörbar knacken kann.
Die App wiederum ist funktional, aber eben Teil des Tuya-Ökosystems und keine speziell für diese Heizung entwickelte Bringer-Plattform. Das muss kein Nachteil sein – man sollte es vor dem Kauf nur wissen.
Damit ergibt sich ein ziemlich klares Einsatzprofil: Als gezielt steuerbare Zusatzheizung für Arbeitszimmer, Wohnzimmer, Hobbyraum oder andere zeitweise genutzte Bereiche finden wir das Konzept überzeugender als als vermeintliche Wunderlösung zum besonders billigen elektrischen Heizen eines ganzen Hauses.
Und noch ein letzter Punkt aus unserem Praxistest: Wer die Standversion regelmäßig von Raum zu Raum tragen möchte, wird vermutlich schon nach dem zweiten Transport dieselbe Frage stellen wie wir: Warum hat dieses Ding eigentlich keine zwei Griffe?
Die würden wir bei einer zweiten Generation zusammen mit stabileren Standfüßen sofort auf die Wunschliste setzen. Die Candy-Crush-Sockenhalterung dagegen darf Bringer gerne weglassen.



