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Im Check: Archos 50 Helium 4G

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Günstige Androiden gibt es viele. Ein Markt, der mittlerweile unüberschaubar geworden ist, was sich zuletzt am sinkenden Umsatz des Branchenprimus aus Südkorea mal wieder in Zahlen fassen ließ. Warum viele hundert Euro ausgeben, wenn auch um die 200 Euro ein LTE-Gerät mit 5 Zoll Display und Quad-Core erhältlich ist? Die Entscheidung für ein solches Modell möchte ich euch heute mit einem Erfahrungsbericht vom Alltagseinsatz des Archos 50 Helium 4G erleichtern. Das Gerät habt ihr in den vergangenen Wochen schon bei einigen hier vorgestellten Apps sehen können, ob nun Offroad Racer oder Farb-Puzzle.

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tl;dr: Das Archos 50 Helium 4G ist ein preisgünstiges Mittelklasse-Smartphone mit Android-OS, 5 Zoll Display in HD, einem mit SD Karte erweiteren Speicherplatz von 8 GB, Quad-Core CPU und 1 GB RAM und zwei Kameras mit 8 und 2 MP. Es ist gut für den alltäglichen Gebrauch geeignet, nutzbar für Spiele und alle gängigen Apps.

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Design und Verarbeitung

Archos ist seit 1988 am Markt für Elektronikartikel. Bereits im Jahr 2000 wurde ein portabler Mediaplayer auf den Markt gebracht, es folgten 2009 dann Tablets, sodass sich das Unternehmen als Pionier in dem Bereich sieht. Das Archos 50 Helium 4G gehört in eine recht umfangreiche Produktpalette, welche gerade eben auf der CES auch um weitere Modelle erweitert wurde. Alle haben eine Bezeichnung eines Elements im Namen, das Helium sogar das erste Edelgas im PSE. Die fünfzig im Namen steht für die Größe des Displays mit 5 Zoll. Das ist eine gute Diagonale, welche für mich in der Mitte zwischen Bedienkomfort und Abbildungsgröße liegt. Beim Ersteindruck fällt mir das größere Display gar nicht mal so auf, da das Android Smartphone sehr geschmeidig und leicht in der Hand liegt. Okay, der Akku ist noch nicht eingesetzt. Das Telefon wiegt 160 g und hat mit 71,5x145x8,95 mm normale Maße für die Größenklasse. Es trägt in der Tasche nicht auf und liegt trotz leicht erhabener Kamera wackelfrei auf dem Tisch. Es ist nicht das dünnste und nicht das schmalste. Es liegt wohl deshalb gut in der Hand, da die Rückseite aus Kunststoff gut abgerundet an den Kanten und griffig ist. Sie ist matt schwarz, wenn man genau hinsieht ist ein Glitzereffekt zu sehen. Die Front ist bis auf einen kleinen Steg unten komplett aus Glas, der Gehäuserahmen nur millimeterdünn und ohne Spalten. Seitlich rechts befindet sich der Einschalter sowie links eine Lautstärkewippe, welche ebenso glänzend schwarz sind. Oben ist der Klinkeanschluss für Kopfhörer, unten der Mikro-USB fürs Aufladen. Insgesamt macht es mit seiner guten Verarbeitung einen vernünftigen Eindruck. Der Gehäusedeckel sitzt fest und ist trotzdem leicht abnehmbar, die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt und zeigen keine Wackler.

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Als Zubehör ist ein sehr einfacher In-Ear-Kopfhörer, USB-Aufladegerät sowie sogar eine Anleitung aus Papier beigelegt.

Nach vier Wochen im täglichen Gebrauch hat weder Display noch Gehäuse einen Kratzer, sodass ich auch von einer sehr robusten Bauarbeit sprechen kann. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Plastikgehäuse einige Stürze aushält. Durch den Steg unten dürfte der Fall aufs Gesicht und den oberen Ecken zu einem Schaden am Display führen. Ich sehe nach dem Gebrauch keine Spalten (bis auf die größere Aussparung fürs Aushebeln der Rückseite), in welchen sich Schmutz oder Staub angesammelt haben. Auch das finde ich positiv.

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Nutzungsverhalten und Besonderheiten

Das 5 Zoll HD-Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln zeigt die Farben lebhaft ohne Tonpräferenz. Die Schriften im Browser sind sehr scharf, Apps sind farbgewaltig wie man es erwartet. In der höchsten Helligkeitsstufe wirkt es trotzdem noch etwas matt. Das könnte Absicht sein, da der Akku mit 2000 mAh etwas klein ist und entsprechend etwas länger durchhalten soll. Actionspiele verkürzten die Nutzungsdauer bei mir auf einen Tag, durchschnittliche sollte es zwei durchhalten, im Standby vorbildliche sieben sogar. Typischerweise spiegelt das Display im Sonnenlicht, was mir in Kombination mit der Helligkeit natürlich immer dann aufgefallen ist, wenn ich eine App auf ihm fotografieren wollte. Der ulimative Test. Normalnutzern dürfte das aber kaum auffallen. Bei einer Pixeldichte von 294 ppi kann das Auge keine Bildpunkte mehr einzeln unterscheiden.

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Ausgeliefert wird das Gerät mit Android 4.3 Jelly Bean, ein Update auf 4.4+ ist derzeit nicht verfügbar. Archos hat keine eigene UI-Oberfläche, sondern lediglich eine App Archos Musik und Archos Video vorinstalliert. Alle anderen Anwendungen also App Store Google Play, den Google Chrome Webbrowser, die Sprachunterstützung Google Now, Google Apps wie YouTube, Gmail, Hangouts, Calendar, etc. stehen normal zur Verfügung. Das Gerät unterstützt mit 4G bis zu 150 MBit/s im Down- sowie 50 MBit/s im Upstream. Die Kamera bietet neben dem Foto/Videomodus auch Panoramaaufnahmen. Drei Menüs bieten relativ unübersichtlich und verschachtelt einen Fundus an Optionen, besonders seltsam finde ich, dass man es wohl vergessen hat alle Einstellungen ins Deutsche zu übersetzen.

Archos_50_H_Kamera_App Archos_50_H_Kamera_App_fehlende_Uebersetzung

Wer die Kamera mit den Werkseinstellungen nutzt und spontan ein Bild macht, kann bei Idealbedingungen mit dem folgenden Resultat rechnen, was sehr ordentlich aussieht. Hierbei bewerte ich das Blumenbild als “normale Aufnahme” ohne auf die besagten Einstellungen zurückzugreifen, welche nur für Anwender mit Geduld gedacht scheinen.

Archos_50_H_Beispielfoto

Im Vergleichsmotiv, dem nachfolgenden alten Gebäude mit Schatten vorn links, überzeugt mich das Bild im Vergleich zum Lumia 1020 und zur Sony DSLR nicht. Es ist sehr verrauscht und eher unscharf (eben nur 8 MP) und zu dunkel und konstrastreich, was für eine spätere Bearbeitung schlecht ist. Das Lumia hat definitiv etwas überbelichtet, sodass auch der Kontrast nicht gut ist und Details verloren gehen. Hier wäre aber dank RAW-Format mit Lightroom noch viel an Bearbeitung möglich, welches auch einen extremen Zoom bis aufs Ziffernblatt der Turmuhr ermöglicht.

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Insgesamt lässt sich also sagen, dass die Hauptkamera passable Bilder liefert, aber viel zu kompliziert einzustellen ist. Dafür gibt es aber zur Not auch alternative Foto- und Kamera-Apps im Store.

Fazit zum Archos 50 Helium 4G

Das Archos 50 Helium 4G ist ein sehr gutes Android-Smartphone für Nutzer, welche ein solides und für alle Alltagsansprüche perfekt geeignetes Gerät suchen. Es ist kein auffälliger Imageartikel mit Bling-Bling, sondern tut seinen Zweck zuverlässig. Dieser besteht darin ein schnelles Internet mit LTE zu bieten, alle möglichen Apps zu nutzen und zu spielen und gut auf dem großem HD-Display ohne Ruckler darzustellen. Die Kamera leistet keine Wunder, der Lautsprecher bietet keinen Raumklang und besondere Features sucht man vergeblich. Dafür bietet es ein unverbautes Android-OS, einen wechselbaren Akku und erweiterbaren Speicher. Der Archos 50 Helium 4G ist ein rundum gelungenes Gerät ohne große Schwächen.

Die unverbindliche Preisempfehlungen lag bei 249,99 Euro in Deutschland, aktuell ist es hier bei Amazon für um die 200 Euro zu bekommen.

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