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Der erste Curved-Monitor von Philips im Check

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Ich glaub, ich bin im Weltraum! Oder ich bin im Zoo! Jedenfalls zeigen sich sowohl das drüben in Wuppertal geborene Elefanten-Baby als auch die Billion-Pixel von Curiosity in einer besonderen Nähe. Oder sollte ich sagen Winkel? Der erste Curved-PC-Monitor von Philips, eine IFA-Neuheit, ist auf meinem Büro-Schreibtisch gelandet, nicht wie Tuffi im Fluss, sondern eher wie ein Raumschiff. Futuristisch im Design, zukunftweisend in der Darstellung. Das ist kein billiger Werbespruch, den ich an den Hersteller für einen Keks mit Vanillecremefüllung verkauft habe. Vielmehr muss ich nur eine Zahl in den Raum werfen: 34-Zoll. Diese ermöglicht zusammen mit dem MultiView eine hohe Arbeitsproduktivität. Hier ein Review vom Praxiseinsatz des Monitors.

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Curved UltraWide-LCD-Display QHD mit MultiView. Das klingt ja wie Raketenwissenschaft. Ist aber noch immer ein Monitor. Zum Bilder anzeigen, für Videos oder Spiele und auch einfach nur den Desktop mit ganz viel Fensterplatz. Wenn man mag sogar von zwei PC´s nebeneinander oder Bild-in-Bild. Und ich finde ihn toll. Arbeitsproduktivität Lvl 9000. Denn was der Hersteller verspricht, er “füllt beinahe das gesamte Sichtfeld des Nutzers und schafft so eine intensive visuelle Erfahrung”, heißt mega viel Platz für Anwendungen aller Art.

Ersteindruck und Design

Groß und schwer die Verpackung, vor allem wesentlich tiefer als ehedem für flache Monitore. In viel Schaumstoff eingehüllt kommt das schwarz-graue Gerät mit seinen 10,28 Kilo und 82,6 mal 47,9 mal 22 Zentimetern. Über 22 Zentimeter Tiefe? Die stammt vom Fuß. Er benötigt also doch schon etwas Aufstellfläche auf dem Schreibtisch als die Teller kleinerer Geräte. Eine Wandbefestigung ist nicht vorgesehen. Der spacige Fuß ist bereits montiert, wohl damit Hobbyschrauber ihn nicht aufs Gesicht legen zur Montage. Er erlaubt eine Neigung zwischen -5 und 20 Grad, jedoch keine Drehung. Gerade sein Design und die weiße glänzende Rückseite in Klavierlack-Optik sind es, welche mich zu dem Spruch oben verleitet haben.

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Der Ersteindruck vom Philips Curved-Monitor mit der vollständigen Typenbezeichnung BDM3490UC ist schon mal “wow”. Sichelförmig ist das grau beschichtete Metall des Fußes geformt, mittig zur glänzenden Vertikalverbindung hin befindet sich das DTS-Surround-Soundsystem mit zwei 7-Watt-Lautsprechern unter einem feinporigen Gitter. Das Panel hat an drei Seiten einen extrem dünnen Rahmen, nur unten ist er 25 mm breit. Dieses Design nennt der Hersteller auch Edge-to-Edge-Glas. Gerade im direkten Vergleich mit einem Standard-Büromonitor mit 23 Zoll vom gleichen Hersteller Philips/MMD (wie AOC Tochter von TPV) sieht man seine Dimension.

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Das Design macht insgesamt einen edlen Eindruck. Etwas lahm die Verstellmöglichkeiten. Dafür steht er mit seinem Gewicht mega stabil.

Anschlüsse und Funktion

Rückseitig befinden sich die Anschlüsse. Links der DisplayPort sowie drei HDMI (HDMI 2.0, HDMI 1.4 mit MHL, HDMI 1.4), der Klinke-Audio-Eingang sowie ein Ausgang und rechts vier USB 3.0-Schnittstellen. Versorgt wird das Gerät mit 41 Watt und 0,5 im Stand-by. Ein extra Netzteil und eine Anleitung als Quick-Start liegen bei.

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Zentral hinter dem Markenemblem ist ein Tippschalter, welcher als einzige Eingabe für das OSD mit deutscher Menüführung dient. Dieses wirkt sehr aufgeräumt in schwarz-weiß mit nur wenigen Submenüs. Hier lassen sich die üblichen Farbeinstellungen tätigen, Kontrastwerte einstellen und z.B. die Audioquelle wählen. Eine Besonderheit stellt die Möglichkeit dar, hier den MultiView-Modus zu konfigurieren. Hier vernachlässigt der Hersteller aber etwas die Usability. Was hinter den Abkürzungen PIP/PBP steht, kann man ohne Anleitung nur durch Probieren herausfinden. Das gleiche gilt für die automatischen Funktionen, wie SmartResponse und intelligente Kontraste. Die erste Funktion wird so beschrieben: “SmartContrast zum Beispiel analysiert die angezeigten Inhalte, passt automatisch die Farben an und steuert die Intensität der Hintergrundbeleuchtung, um den Kontrast dynamisch zu verbessern” und das geht auch für die Reaktionszeit: “SmartResponse passt Reaktionszeiten automatisch an bestimmte Anwendungsanforderungen von Spielen, Filmen usw. an, die eine kürzere Reaktionszeit erfordern.”

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Plug’n’Play gilt freilich auch für so einen Monitor weiterhin. Hier gleich mal zum Thema Kino-Seitenverhältnis vs. Auflösung ein Wort. Die einzige Rezension bei Amazon ist mit zwei Sternen recht negativ. Der Käufer schreibt u.a.: “Das Bild ist eine 21:9 Auflösung was z.B. Youtube nicht unterstützt alle Ränder werden abgeschnitten so auch bei allen Filmen. Bei spielen eine Katastrophale Auflösung!” Die Kommentatoren schreiben es bereits – 16:9 ist nicht 21:9 und um das volle Potential auszuschöpfen, sollte man natürlich entsprechende Grafikpower in der Karte haben. Allerdings konnte ich auch mit dem einfachen lenovo Alltagsschreibgerät die volle Quad-HD-Auflösung 3440 x 1440 Pixel generieren. Als Nutzungsszenarien beschreibt der Hersteller aber auch nicht umsonst “ob CAD-CAM-Lösungen, Videobearbeitung oder Tabellenkalkulation”. Gerade mit Lightroom oder Photoshop ist es eine wahre Freude mit dem Gerät zu arbeiten, da die Toolbars perfekt neben Bilder 4:3 Auflösung passen und die Quelldatei komplett in der Höhe darstellen lassen. Im Android Studio ermöglicht die breite einen Komplettüberlick im Designer. Gleich noch ein Blick auf die technischen Daten.

Technische Displaydaten – Bildeindruck

Das Display des Curved-Monitors wird mit WQHD (Quad-HD-Auflösung 3440 x 1440 Pixel) aufgelöst und das Seitenverhältnis hatten wir schon zu Genüge. Auch das krypische “Brilliance Curved UltraWide Display” fiel schon. Der Radius beträgt 3,8 Meter, die Wölbung ist also nicht so stark. Wenn man etwa 90 cm vorm Gerät sitzt, füllt er das gesamte Blickfeld aus. Hierbei kann man auch schräg versetzt sitzen, da ein blickwinkelstabiles AH-IPS-LCD-Panel mit weißer LED-Hintergrundbeleuchtung verbaut ist. 99 Prozent des sRGB-Farbraums mit über 1 Mrd. Farben wird unterstützt. Die Helligkeit liegt mit 300 Candela pro Quadratmeter im “normalen Bereich”, das Kontrastverhältnis mit 1000:1 und die Reaktionszeit bei 14 Millisekunden sind ebenso durchschnittliche Werte. Super leserlich dargestellte Texte und farbgewaltige Fotos, auf deren korrekten Weißabgleich im Leuchtstofflampen-Umgebungslicht man sich verlassen kann, werden natürlich geboten. Farbwiedergabe und Kontrastwerte sind durch die flüssigen Kristallschichten des IPS-Display auf hohem Niveau.

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Die Bildschirmdiagonale von 86,4 Zentimetern wirkt hierbei nicht unübersichtlich, wie es sich anhört. Der verfügbare und überschaubare Platz, gerade im oben im Screenshot gezeigten MultiView-Modus ist erstaunlich. Die Curved-Technologie macht diese subjektive Wirkung möglich. Das gekrümmte UltraWide-Bild soll Produktmanager Artem Khomenko ein “intensiveres Arbeiten mit minimaler Ablenkung ermöglichen”. Die konkave Krümmung hat ja bereits beim TV dafür gesorgt, dass man sich plastisch mehr ins Geschehen reinversetzt fühlt. Der relativ gesehen geringere Radius hat natürlich den Vorteil, dass man nicht ganz so zentral sitzen muss, wie man es von gekrümmteren TVs kennt, die deshalb ja auch als Single-Geräte verschrien sind. Obwohl man vor Monitoren ja gerade allein sitzt und diese für die Technik prädistiniert sind. Die Krümmung hat in der Darstellung natürlich keinerlei Wechselwirkung mit der durch Objektivfehler auftretenden Verzerrung bei Fotos oder den Fisheye-Effekt bei Aufnahmen mit der Actioncam. Was MultiView angeht, bin ich eher gespalten. Ins kleine Bild-in-Bild hatte ich mir meist Tutorial-Videos gelegt vom zweiten Rechner. Nebeneinander habe ich zwei Anzeigebereiche jedoch nicht genutzt, da der Wechsel von Gerät zu Gerät doch etwas mehr Eingewöhnungszeit bräuchte, was das menschliche Multitasking angeht.

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Insgesamt ist der PHILIPS BDM3490UC Monitor zum derzeitigen Preis von 899 Euro ein wunderbarer Produktivitätsbooster mit riesigem Arbeitsbereich. Hier bei Amazon.de mit zwei Jahren Herstellergarantie verfügbar. Positiv ist neben Größe und Krümmung auch das schicke Design für den Einsatz im Büro. Das weiße glänzende Rückseitendesign ist ein Hingucker, die rückseitige Platzierung der USB-Anschlüsse natürlich nur ein Kompromiss zum schmalen Rahmen. Logischerweise lässt sich das gekrümmte Display nicht drehen oder an der Wand befestigen. Dafür ist der Standfuß ungewöhnlich stabil und schwer. Die Platzierung der Lautsprecher im Fuß eine super Sache.

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