Wer ein iPhone seit Jahren benutzt, kennt die üblichen Handgriffe irgendwann im Schlaf. Kamera öffnen, Screenshot machen, Kontrollzentrum herunterziehen – viel nachdenken muss man darüber nicht mehr. Gerade deshalb übersieht man erstaunlich leicht Funktionen, die Apple irgendwann ergänzt oder tief in einem Einstellungsmenü versteckt hat.

Einige davon nutze ich selbst deutlich häufiger als so manche große Neuerung, die Apple bei einer iOS-Version prominent vorstellt. Fünf Einstellungen sind besonders praktisch, weil sie den Alltag tatsächlich etwas angenehmer machen.

1. Die Foto-Mediathek sieht mit dem Seitenverhältnisraster sofort besser aus

Das ist eine dieser Einstellungen, bei denen ich mich frage, warum Apple sie nicht stärker hervorhebt.

Normalerweise erscheinen Fotos und Videos in der Mediathek zunächst in einem weitgehend einheitlichen Raster. Dadurch sieht man auf den ersten Blick kaum, ob ein Foto im Hochformat, Querformat oder beispielsweise im breiten 16:9-Format aufgenommen wurde.

Das lässt sich ändern. Öffne die Fotos-App, gehe in deine Mediathek und tippe auf die Schaltfläche zum Sortieren und Filtern. Unter Darstellungsoptionen findest du das Seitenverhältnisraster.

Danach werden die Vorschaubilder entsprechend ihres tatsächlichen Formats dargestellt. Ein Hochkantfoto ist also schon in der Übersicht hochkant, ein breites Video entsprechend breit.

Gerade wenn du viele Fotos und Videos auf dem iPhone hast, wird die Mediathek dadurch wesentlich leichter lesbar. Apple bietet außerdem an derselben Stelle weitere Optionen zum Vergrößern und Verkleinern der Vorschaubilder.

Kleine Einstellung, erstaunlich großer Unterschied.

2. Die Kamera muss keinen festen Platz auf deinem Sperrbildschirm belegen

Unten rechts auf dem iPhone-Sperrbildschirm sitzt traditionell die Kamera. Das ist praktisch – zumindest theoretisch.

Denn die Kamera lässt sich vom Sperrbildschirm ohnehin weiterhin mit einer Wischbewegung nach links öffnen. Wer diese Geste kennt, benötigt den zusätzlichen Kamera-Button eigentlich nicht unbedingt.

Seit iOS 18 lassen sich die beiden Steuerelemente am unteren Rand des Sperrbildschirms austauschen. Halte dafür den Sperrbildschirm länger gedrückt, entsperre dein iPhone und wähle Anpassen. Anschließend kannst du das Kamera-Symbol entfernen und über das Pluszeichen eine andere Funktion einsetzen. Apple erlaubt dort inzwischen auch Steuerelemente unterstützter Apps.

Was sinnvoll ist, hängt davon ab, wie du dein iPhone verwendest. Übersetzen, Taschenrechner, Kurzbefehle oder andere häufig genutzte Funktionen können dort deutlich besser aufgehoben sein.

Vor allem lohnt es sich einmal durchzusehen, welche Steuerelemente deine installierten Apps inzwischen anbieten. Der Sperrbildschirm muss längst nicht mehr genauso aussehen wie bei jedem anderen iPhone.

3. Lass unbekannte Anrufer zuerst mit deinem iPhone reden

Eine der praktischeren Neuerungen von iOS 26 steckt ausgerechnet in der Telefon-App.

Das iPhone kann unbekannte Anrufer zunächst selbst nach ihrem Namen und dem Grund ihres Anrufs fragen. Dein Smartphone klingelt dabei nicht sofort. Erst nachdem der Anrufer geantwortet hat, bekommst du die Informationen angezeigt und kannst entscheiden, ob du das Gespräch annehmen möchtest.

Aktivieren kannst du die Funktion unter:

Einstellungen → Apps → Telefon → Nach Grund des Anrufs fragen

Apple bezeichnet die Funktion als Anruffilter. Sie greift bei unbekannten Nummern und soll vor allem dabei helfen, erwünschte Anrufe von Spam und anderen unerwünschten Anrufen zu unterscheiden.

Das ist erheblich angenehmer, als jede unbekannte Mobilfunknummer erst einmal bei Google einzugeben. Gleichzeitig werden echte Anrufer nicht einfach pauschal blockiert. Ein Handwerker, eine Arztpraxis oder ein Lieferdienst kann weiterhin erklären, warum angerufen wird.

Gerade deshalb gehört die Funktion für mich zu den iOS-26-Neuerungen, die man zumindest einmal ausprobieren sollte.

4. Adaptive Leistung kann an langen Tagen etwas Akku herausholen

Der klassische Stromsparmodus des iPhones ist wahrscheinlich jedem bekannt. Mit iOS 26 gibt es auf neueren Geräten zusätzlich Adaptive Leistung.

Die Idee dahinter ist ziemlich sinnvoll: Das iPhone beobachtet lokal deine üblichen Nutzungsmuster und versucht zu erkennen, wann du an einem Tag ungewöhnlich viel Energie verbrauchst. Dann kann es kleinere Anpassungen vornehmen, etwa die Displayhelligkeit etwas reduzieren, Hintergrundaktivitäten begrenzen oder die Leistung anpassen.

Die Einstellung findest du unter:

Einstellungen → Batterie → Strommodus → Adaptive Leistung

Wichtig ist allerdings die Gerätegeneration. Apple unterstützt die Funktion beim iPhone 15 Pro und 15 Pro Max sowie neueren kompatiblen Modellen. Bei den iPhone-17-Modellen und dem iPhone Air ist Adaptive Leistung standardmäßig aktiviert, bei einigen älteren unterstützten Geräten dagegen zunächst ausgeschaltet.

Außerdem sollte man keine Wunder erwarten. Aus einem fast leeren Akku werden dadurch keine zusätzlichen fünf Stunden Laufzeit. Die Funktion arbeitet eher mit kleinen Einsparungen über den Tag hinweg.

Interessant ist noch ein Detail: Laut Apple benötigt Adaptive Leistung zunächst mindestens sieben Tage, um deine Nutzung und Ladegewohnheiten zu lernen. Direkt nach dem Einschalten sollte man deshalb noch keine großen Unterschiede erwarten.

5. Die Rückseite deines iPhones ist ein zusätzlicher Button

Diese Funktion ist schon seit Jahren vorhanden und trotzdem begegnen mir regelmäßig iPhone-Nutzer, die noch nie davon gehört haben.

Unter

Einstellungen → Bedienungshilfen → Tippen → Auf Rückseite tippen

kannst du festlegen, was passieren soll, wenn du zwei- oder dreimal auf die Rückseite deines iPhones tippst.

Mögliche Aktionen sind beispielsweise ein Screenshot, das Kontrollzentrum oder verschiedene Bedienungshilfen. Besonders interessant wird die Funktion zusammen mit Kurzbefehlen, weil sich damit wesentlich individuellere Aktionen auslösen lassen. Apple unterstützt „Auf Rückseite tippen“ seit iOS 14 auf dem iPhone 8 und neueren Modellen.

Ich würde allerdings nicht sofort beide Gesten mit irgendetwas belegen. Je nach Hülle und der Art, wie man das Smartphone hält, kann ein Doppeltippen gelegentlich versehentlich erkannt werden.

Für eine Funktion, die du wirklich häufig brauchst, ist es aber einen Versuch wert. Und falls es im Alltag nervt, ist die Einstellung genauso schnell wieder abgeschaltet.

Viele der besten iPhone-Funktionen verstecken sich inzwischen in Untermenüs

Das Interessante an diesen fünf Tipps ist, dass sie aus völlig unterschiedlichen iOS-Generationen stammen. Das Seitenverhältnisraster und „Auf Rückseite tippen“ sind keine brandneuen Funktionen. Der Anruffilter und Adaptive Leistung gehören dagegen zu den interessanteren Ergänzungen von iOS 26.

Wer sein iPhone schon lange besitzt, bekommt solche Änderungen leicht gar nicht mit. Nach einem großen Update richtet man schließlich selten sämtliche Einstellungen noch einmal von vorne ein.

Genau deshalb lohnt sich gelegentlich ein Blick in Bereiche wie Telefon, Batterie, Bedienungshilfen oder die Anpassung des Sperrbildschirms. Dort liegen inzwischen einige Funktionen, die im täglichen Gebrauch mehr bringen als manches Feature, das bei der Vorstellung einer neuen iOS-Version deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt.

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