Marvin Wildhage hat nach seiner mehrteiligen Reihe über Kooperationen mit Gesundheits-Influencern ein weiteres Video veröffentlicht. Diesmal geht es nicht um einen neuen Test, sondern vor allem um die Reaktionen der bisher beteiligten Creator. Wildhages Team hatte für die Reihe eine erfundene Krankheit, das sogenannte Nasophon und eine selbst hergestellte Badebombe entwickelt. Auf Check-App haben wir die drei Fälle bereits einzeln betrachtet: die Instagram-Story von Alina Walbrun zur erfundenen „postviralen nasalen Hypersensibilität“, den für das Nasophon produzierten Werbeclip von Dima Kreis sowie die veröffentlichte Badebomben-Story des Accounts medicineXcare.

Dabei gab es wichtige Unterschiede zwischen den Fällen. Im Fall von Dima Kreis dokumentierte Wildhages Video einen produzierten Werbeclip, aber keine Veröffentlichung auf dessen eigenen Kanälen. Die Story von medicineXcare wurde dagegen nach dem von Wildhage dargestellten Ablauf tatsächlich auf Instagram veröffentlicht. Im neuen Video stellt Wildhage nun Aussagen aller drei Beteiligten vor und kommentiert diese. Für die Einordnung ist deshalb erneut wichtig, zwischen den Aussagen der Creator, dem von Wildhage gezeigten Material und seinen eigenen Schlussfolgerungen zu unterscheiden.

medicineXcare erklärt, die Kooperation besser hätte prüfen müssen

Isabelle von medicineXcare meldete sich nach Angaben Wildhages per E-Mail bei ihm. Nach der im Video wiedergegebenen Stellungnahme sei sie zum Zeitpunkt der Kooperation davon ausgegangen, dass eine reale Marke hinter dem Produkt stehe und die Angaben des vermeintlichen Herstellers zuträfen. Anhaltspunkte dafür, dass es sich um einen Test beziehungsweise um eine bewusst inszenierte Marke handelte, habe sie zunächst nicht erkannt. Sie habe das zugesandte Produkt nach den Angaben auf der Website als Badebombe verstanden, die von Medizinern entwickelt worden sei.

Nachdem Zweifel entstanden waren, informierte medicineXcare die eigene Community nach ihrer Darstellung vorsorglich darüber, das Produkt nicht zu kaufen. Wann genau diese Zweifel entstanden und wodurch sie ausgelöst wurden, lässt sich aus dem veröffentlichten Video nicht abschließend nachvollziehen. In ihrer Stellungnahme erklärt medicineXcare außerdem, die Kooperation besser hätte prüfen müssen und dafür Verantwortung zu übernehmen. Wildhage weist zugleich darauf hin, dass ihm keine vergleichbaren früheren Fälle bei medicineXcare bekannt seien, und bewertet die Reaktion entsprechend positiv. Offen bleiben weiterhin Einzelheiten der Zusammenarbeit, darunter die genauen Abläufe zwischen Account, Management und vermeintlichem Auftraggeber sowie die Frage einer möglichen Vergütung.

Dima Kreis nimmt Stellung zum Nasophon

Auch Dima Kreis reagierte auf Wildhages Nasophon-Experiment. Wildhage zeigt zunächst Ausschnitte aus einer E-Mail und anschließend aus einem längeren öffentlichen Statement von Kreis. Darin erklärt Kreis unter anderem, Wildhages ursprüngliches Video nicht angesehen zu haben. Außerdem sagt er, er sei überzeugt, dass niemand aus seiner Community das Nasophon gekauft habe. Zur Begründung verweist er auf seine Einschätzung zur Wirkung und notwendigen Häufigkeit von Werbekontakten.

Für die Einordnung ist dabei ein Punkt aus dem ursprünglichen Fall wichtig: Wildhages damaliges Video dokumentierte zwar einen fertig produzierten Werbeclip von Kreis, zeigte aber keine Veröffentlichung dieses Clips auf dessen eigenen Instagram-, TikTok- oder YouTube-Kanälen. Auch eine bereits erfolgte Bezahlung wurde dort nicht dokumentiert. Kreis erklärt in seinem späteren Statement außerdem, das Nasophon zunächst selbst für ein möglicherweise hilfreiches Produkt gehalten zu haben. Nach seiner Darstellung habe er sogar geplant, es nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub weiter auszuprobieren. Damit beschreibt Kreis selbst, dass er das Nasophon zunächst nicht als Fake erkannt hatte. Welche Informationen ihm vor Produktion des Clips genau vorlagen, wie lange er das Produkt besaß und welche konkreten Prüfungen vorgenommen wurden, lässt sich aus den veröffentlichten Ausschnitten weiterhin nicht vollständig rekonstruieren.

Wildhage greift anschließend noch weitere Gesundheitsinhalte von Kreis auf. Diese stehen jedoch nicht unmittelbar mit dem ursprünglichen Nasophon-Experiment in Verbindung. Für eine eigenständige Bewertung müssten die jeweiligen Beiträge und ihr Kontext deshalb separat geprüft werden.

Alina Walbrun erklärt erneut die Verwechslung des Krankheitsbegriffs

Auch Alina Walbrun hat sich noch einmal zu dem Experiment geäußert. Sie erklärt, den von Wildhage erfundenen Begriff „postvirale nasale Hypersensibilität“ ungeprüft übernommen zu haben. Nach ihrer Darstellung habe sie die Beschreibung gleichzeitig mit realen medizinischen Phänomenen wie einer hyperreaktiven Rhinopathie beziehungsweise einer postviralen Hyperreaktivität verbunden. Walbrun sagt selbst, sie habe nicht überprüft, ob die konkrete Bezeichnung aus dem Briefing tatsächlich existiere.

Wildhage widerspricht Teilen dieser Erklärung und verweist darauf, dass mehrere von Walbrun in ihrer Story genannte Beispiele – darunter kalte Luft, Klimaanlagen und Parfüm – nach seiner Darstellung nicht Bestandteil des ursprünglichen Briefings gewesen seien. Diesen Punkt hatte bereits das erste Video enthalten. Auch unser damaliger Beitrag hielt deshalb fest, dass mehrere der von Walbrun genannten Auslöser nach Wildhages Darstellung nicht vorgegeben worden waren. Die vollständige Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist öffentlich allerdings nicht einsehbar. Eine vollständige Rekonstruktion des Briefings und sämtlicher Absprachen ist anhand der gezeigten Ausschnitte deshalb nicht möglich.

Walbrun äußert sich auch zur Bezeichnung „Ärztin“

Ein weiterer Teil ihres Statements betrifft eine frühere Formulierung in einer Kooperationsmail. Walbrun erklärt, in einer E-Mail vom 12. Mai 2026 habe der Satz gestanden, sie sei nun „offiziell Ärztin“. Diese Formulierung bezeichnet sie selbst als falsch. Nach ihrer Darstellung sei sie zu diesem Zeitpunkt Medizinerin mit bestandenem dritten Staatsexamen gewesen, aber keine Ärztin. Walbrun erklärt außerdem, eine neue Assistentin habe sie damals bei Kooperationsanfragen unterstützt. Insgesamt seien vier E-Mails mit dieser Formulierung an diesem Tag versendet worden. Der Fehler sei am folgenden Morgen aufgefallen.

Wildhage stellt dieser Erklärung einen Ausschnitt aus einem Podcast gegenüber, der nach seiner Darstellung am 17. Mai veröffentlicht wurde. Darin bezeichnet Walbrun den 12. Mai ebenfalls als den Tag, an dem sie Ärztin geworden sei. Wildhage verweist zudem darauf, dass die ihm vorliegende Kooperationsmail aus der Ich-Perspektive geschrieben und mit Walbruns Signatur versehen gewesen sei. Daraus leitet er Zweifel an ihrer Erklärung zum Zustandekommen der Mail ab. Aus diesen öffentlich gezeigten Ausschnitten lässt sich jedoch nicht feststellen, wer die betreffende Mail tatsächlich formuliert oder versendet hat. Auch interne Abläufe zwischen Walbrun, möglichen Mitarbeitern und ihrem Management sind daraus nicht ersichtlich.

Wildhage lässt mögliche rechtliche Fragen einordnen

Im Anschluss thematisiert Wildhage mögliche rechtliche Fragen rund um die Verwendung der Berufsbezeichnung „Ärztin“. Das Video enthält hierzu verschiedene Einschätzungen und mögliche Konsequenzen. Ob im konkreten Fall tatsächlich ein Rechtsverstoß vorliegt, wird durch das Video jedoch nicht festgestellt. Eine entsprechende behördliche oder gerichtliche Entscheidung wird dort ebenfalls nicht dokumentiert. Auch über mögliche Folgen für eine Approbation lässt sich aus den veröffentlichten Aussagen keine belastbare Schlussfolgerung ziehen.

Für die Darstellung des Vorgangs ist deshalb vor allem relevant, dass Walbrun selbst die genannte Formulierung für den damaligen Zeitpunkt als falsch bezeichnet und dafür eine Erklärung gegeben hat, während Wildhage dieser Erklärung anhand weiterer Ausschnitte widerspricht. Weitergehende rechtliche Schlussfolgerungen lassen sich aus dem veröffentlichten Material allein nicht ableiten.

Kevin Hartwig berichtet von einer Nachricht des Managements

Wildhage lässt außerdem den YouTuber Kevin Hartwig, auf YouTube als Kevin ITS bekannt, zu Wort kommen. Hartwig berichtet, er habe Walbrun in einem eigenen Video kritisiert und daraufhin eine Nachricht ihres Managements erhalten. Seiner Darstellung zufolge sei er darin aufgefordert worden, bestimmte beanstandete Aussagen innerhalb kurzer Zeit zu entfernen. Andernfalls seien rechtliche Schritte angekündigt beziehungsweise in Aussicht gestellt worden.

Welche Aussagen genau beanstandet wurden und welche vollständige rechtliche Begründung das Management nannte, lässt sich anhand des in Wildhages Video gezeigten Ausschnitts nicht beurteilen. Wildhage erklärt außerdem, Walbrun selbst zu verschiedenen Punkten angefragt zu haben. Bis zum von ihm genannten Redaktionsschluss habe er darauf keine Antwort erhalten.

Wildhage sagt, eine Bundestagsabgeordnete habe ihn kontaktiert

Zum Ende seines Videos berichtet Wildhage zudem von einem Kontakt aus der Politik. Nach seiner Darstellung habe sich eine Abgeordnete des Deutschen Bundestages bei seinem Team gemeldet. Das Thema Medizininfluencer und mögliche Risiken entsprechender Gesundheitskommunikation solle demnach auch im Gesundheitsausschuss diskutiert werden. Wildhage erklärt außerdem, seine Recherche werde Bestandteil dieser Diskussion sein.

Im Video wird allerdings weder die betreffende Abgeordnete genannt noch ein Termin oder ein konkreter parlamentarischer Vorgang gezeigt. Auf Grundlage des Videos lässt sich deshalb zunächst lediglich feststellen, dass Wildhage von einer solchen Kontaktaufnahme und einer angekündigten Befassung berichtet.

Die Reaktionen ergänzen die bisherigen Fälle

Das neue Video ergänzt die drei bisherigen Fälle vor allem um die Sicht der Beteiligten. medicineXcare erklärt, die Kooperation besser hätte prüfen müssen. Dima Kreis beschreibt, dass er das Nasophon zunächst selbst für ein möglicherweise sinnvolles Produkt hielt. Alina Walbrun bestätigt erneut, den erfundenen Krankheitsnamen nicht überprüft zu haben, und äußert sich zusätzlich zu der früher verwendeten Bezeichnung „Ärztin“. Wildhage widerspricht mehreren Teilen dieser Erklärungen und präsentiert dazu weiteres Material.

Für die Einordnung ist weiterhin zwischen dem dokumentierten Ablauf der ursprünglichen Experimente, den späteren Aussagen der Beteiligten und Wildhages Bewertung dieser Aussagen zu unterscheiden. Nicht jeder Widerspruch lässt sich anhand eines geschnittenen YouTube-Videos abschließend auflösen, ebenso wenig lassen sich daraus automatisch rechtliche oder berufliche Konsequenzen ableiten. Dokumentiert sind dagegen die veröffentlichten Inhalte, die nachträglichen Stellungnahmen und die unterschiedlichen Erklärungen dazu. Das Abschlussvideo liefert damit vor allem zusätzliche Informationen darüber, wie die Beteiligten ihre jeweiligen Entscheidungen im Nachhinein darstellen.

Teile den Beitrag:

Alle Beiträge kennzeichnen wir hiermit als Werbung. Die Werbekennzeichnung erfolgt, da Marken von Hard- und Software genannt werden. Oftmals werden App-Codes zur Verfügung gestellt sowie Gadgets zum Test. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Zudem gehen wir Contentpartnerschaften oder Kooperationen ein. Hilf uns, indem du mit diesem Amazon-Link einkaufst! Lade dir unsere kostenlosen Quiz-Spiele hier herunter!

Hinterlasse eine Antwort