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Alles über LIDL Plus (100 Prozent Infos, keine Werbung)

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Sicher schon gesehen? Wer seinen Wocheneinkauf oder nur seine Milbona-Milch fürs Müsli in letzter Zeit in einer von 250 ganz bestimmten Filialen des Discounters mit dem umgefallenen kleinen „i“ im Logo gekauft hat, dürfte es nicht übersehen haben: LIDL Plus. Wenn ihr in unserer Region wohnt. Gesehen habt ihr dann die Werbeposter für LIDL Plus, die App selbst ist für Jedermann in den App Stores zu finden und nicht im Discounter zu kaufen. Lol. Sie wird hier derzeit recht totalflächig in den Filialen beworben und auch im Straßenbild hab ich´s an ner Haltestelle der M2 mit schnellem Blick wahrgenommen, dass man für 5 Euro eine App laden soll. Kch.

Natürlich könnte man jetzt angesichts dieses Werbeversuchs des Discounters genervt sein und sie wie die online so stark beworbene Coin Master App ignorieren. Oder einfach mal die „digitale Kundenkarte“ downloaden auf sein Gerät. Sucht euch raus, wofür wir uns entschieden haben. Dieser Beitrag ist entsprechend keine Werbung für LIDL Plus, sondern ein Informationsversuch unter dem Label „Alles über“. Werden wir also auch noch erweitern, wenn es neue Infos gibt.

Medial ist die App durchs Thema Datenschutz herumgegangen. Kauft ihr auch Donnerstag immer Nutella gegen 21:13 Uhr bei Lidl? Dann vorsichtig sein!

Bundesweite Aufklärung zunächst: Entweder wohnt ihr in Berlin und Brandenburg und habt eine der 250 Filialen in eurer Nachbarschaft (sowie in Spanien, Dänemark, Polen und Österreich, wo es die Lidl Plus App schon läger gibt. Tu tarjeta Lidl Plus es práctica y cómoda. Arrrriba, arrrriba). Dann wurdet wie in einem Clash-Royale-Parallelangriff von Ballon und Golem regelrecht bombardiert mit der Werbung für die digitale Kundenkarte. Oder ihr wohl woanders und seid völlig ahnungslos. Bombardiert mit Werbepostern und gelockt mit 5 Euro Startbonus zu LIDL Plus oder aber ihr sagt so: „Wasn dat, hat Lidl die Plusfilialen übernommen?“ *amkopfkratz* LOL.

Lidl Plus, was?

Lidl Plus ist eine App. Verfügbar für Android und iOS. Mehr Details zur Verfügbarkeit weiter unten, da es hier wie gesagt noch nen „Geolock“ gibt und zwei Bundesländer im Saftlauch Softlaunch sind.

Der Name Lidl Plus (Lidl ab hier mal klein, warum eigentlich so laut groß, ist doch kein Akronym) ist insofern schon mega merkwürdig, eigentlich fast Marketing-Panne, da es schon Plus als Markt gab und Lidl laut Internethobbywissenssammlung sogar in Osteuropa Filialen übernommen habe. Fehlt nur noch, dass die kleinen Preise tanzen. Vielleicht wird Lidl Plus also noch umbenannt, wenn es weltweit am Start ist. Dann wäre nur der Paketname bei Google Play falsch. Eigentlich müsste Lidl Plus dann wohl Lidl Minus heißen, da man ja weniger zahlen soll. Mehr sparen. Oder man orientiert sich an Apple mit den Namen. Lidl Orwell wäre vielleicht was.

LIDL Plus präsentiert sich in der Werbung wie gesagt als Spardings. Als Lösung dafür „noch mehr zu sparen“, womit man sicher darauf referenziert, dass hier der Yogurette Mango Lassi offenbar recht günstig für 1,39 Euro zu haben ist.

Breeak: Preischeck Yogurette Mango Lassi! Bei Amazon kostet die mit Zeugs gefüllte Zuckerdings gerade 2,89 Euro für 10 Brocken des Krams. Billiger geht also. 1,39 Euro bei Lidl. Gar nicht kaufen: unbezahlbar.

Also sparen. Ist Lidl ein günstiger Laden? Jedenfalls ist er gut aufgeräumt und stets recht sauber. Ausnahmen in den „besonderen Bezirken“ gehören dazu. Im Regelfall sind alle Waren vorrätig, ist der Einkauf schnell durchführbar. Insofern macht es da eine App wie Lidl Plus mitunter wieder schwieriger, wer etwa den Couponwahnsinn kennt. Richtiges Produkt suchen, Preise checken und dann auch nochmals den Kassenzettel. Außerdem muss man danach noch sein Smartphone rubeln wie eine wilde Sau sich am Baum reibt.

Funktionen der App

Die App Lidl Plus wird recht sparsam im Store beschrieben. Sie biete: Rabatte, Rubellose, Kassenbons, Prospekt und diffuse Angebote bei Partnern.

Hier die Features der Lidl Plus App gemäß Storeinfo:

  • Rabatte auf wechselnde Artikel
  • Rubbellose für zusätzliche Überraschungen nach jedem Einkauf
  • Kassenbons für den optimalen Überblick
  • wöchentliche Prospekt
  • Vorteile bei ausgewählten Partnern
  • Benachrichtigungen

Hört sich nicht so dicke an, aber was will man schon in so einer App für nen Laden einbauen? Einen Clasher, nen Taschenrechner für die Kalorienberechnung oder der Stallfläche in Haltungsform 1? Wer die App anderen Läden, etwa von Rossmann nutzt und kennt, dem dürfte einiges in der Lidl Plus App vertraut vorkommen.

Nicht viel Neuigkeiten, die Rubellose hat Lidl ja z.B. schon mal physisch ausgeteilt etwa. Schmackhaft soll einen die Nutzung durch 5 Euro gemacht werden, die man ab einen Einkaufswert von 25 Euro anrechnen lassen kann. Gar nicht so übel. (noch ein OT: Die Fassbrause aufm Bild, Typ Zitrone, schmeckt Lauwarm wie Pipi oder der Schweiß von Bibi *bruh*. Da bekommt „GeschmacksRICHTUNG“ gleich eine neue Bedeutung.)

Kleingedrucktes zum Datenschutz

Lidl hatte ja mal einen „Datenskandal“, wer erinnert sich? Dieser war aber bezogen auf die Mitarbeiterüberwachung.

Schon bei der Registrierung geht es mit dem Datenhunger offenbar los, man erfrage: „Anrede/Geschlecht, Vorname, Nachname, Anschrift (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Stadt, und Land), bevorzugte Lidl-Filiale, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse, Mobilfunknummer“. Es fehlt also nur noch die Lieblingsfarbe und der Vorname der Mutter. Das würde mal wohl auch alles, wenn die Kundenkarte aus Plastik besteht. Die App nutze dann auch Firebase von Google und Adjust.

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Um die App als Kunde im Jahr 2019 nutzen zu können, muss man sich anmelden. Registrieren. Für ein Lidl Konto, was der ein oder andere vom Onlineshop vielleicht schon hat. Das Passwort geht an die Telefonnummer, sodass man ziemlich safe angemeldet ist und zugleich kaum faken kann. Wohnadresse ist jedoch optional und nicht Zwang, wie man aus dem Datenschutzhinweise vermuten konnte.

Ohne Bilder mal ab hier. Dafür lassen wir die Schriftgröße doch mal normal. Denn es geht ums Eigentlich. Digitale Kundenkarte ist kein Ding, auf welches man sich virtuelle Stempel einfach so für 10 Euro Umsatz holt. Oben bei den Funktionen waren zwei dabei, die verdächtig klingen: Kassenzettel und Partneraktionen.

Tatsächlich schreibt das Nachrichtenportal Watson z.B. „Warum das neue Rabatt-Programm einen riesigen Haken hat?“ Also ne feine Überschrift in Frageform, die ja so beliebt ist im Clickbaitia. Aber doch. Den Haken hat die App nicht, um kleine Fische zu fangen, sondern regelrechte Datenwale offenbar. Konjunktive, Vermutungen. Liebe Lidl-Rechtsabteilung. Wir zitieren nur. Etwa die im Store verlinkte Datenschutzrichtlinie, welche neun Seiten im PDF füllt. Dort in den Datenschutzhinweisen steht: „Lalala, die Welt ist bunt“. Sorry, falsches Dokument. Also es steht da, dass man irgendwie alles sammle.

Naja, Watson und andere Medien beziehen sich auf eine Meldung, welche offenbar zunächst im Tagesspiegel aus „Berlin so heiß wie Canberra“ lief, welcher dafür den Link bekommt. No-follow freilig. Demnach will der „Landesdatenschutzbeauftragte aus Baden-Württemberg“ die Lidl Plus App checken lassen. Nicht der von Berlin, da die Zentrale von Lidl drüben in Neckarsulm sei. Er berfürchtet etwa, dass man Angebote erhalten: „wenn man jeden Donnerstagabend Nutella kauft, könne es durchaus wirkungsvoll sein, genau zu dieser Zeit ein Sonderangebot für die Schokocreme der Eigenmarke zu schicken“. Oookay. Aber mir schmeckt nur Nutella. Ich will Nutella Mama! Maaaaamaa! Mit Schlagsahne.

Tatsächlich heißt es im Datenschutzdokument, dass man „Ihre ermittelten Produktpräferenzen für das zielgerichtete Ausspielen der für sie als relevant ermittelten Inhalte“ nutze. Ja, „sie“ ist klein geschrieben. Bezieht sich aber auf die Landesgesellschaften, an welche die Daten fließen. An Unternehmen außerhalb der „Lidl-Unternehmensgruppe“ gehen die Daten aber nicht.

Das Thema Datenschutz sollte man schon ernst diskutieren.

Datennutzung durch Lidl

Wofür wird Lidl also die Info nutzen, dass du gleich 12 Packungen Milch gekauft hast? Um dir auch die Butter oder Quark per Coupon anzubieten? Wofür nutzt Lidl Plus die gesammelten Daten letzlich? Werden einem z.B. gesunde Alternativen zu Chips und Bier untergejubelt? Kauf mal wieder Salat! Werden ganze Generationen zu Bio-Veganern umerzogen? Oder zum Grillfleisch verführt?

Aber wir wollen mal nicht das Glas mit den Gurken ausschütten, wie man im Spreewald sagt. Mitunter kann man sich als Kunde wirklich nicht vorstellen, was alles it dne Daten möglich ist. In Vorträgen zum Thema „Big Data“ wird ja immer wieder das Szenario vermittelt, wonach der Algo vorm Mensch wisse, was die Zukunft bringt. Wer Gurken und Sahnetorte kauft, aber Kondome lange nicht, der hat offenbar demnnächst ne Party in der Familie. Diesem Kunden wird dann eine Packung Windeln vergünstigt angeboten, worüber er sich vielleicht noch wundert, aber komischerweise sowieso gerade welche an die Tafel spenden wollte. Und so weiter.

Konsumentenverhalten könnte sich dann schon eher durch die Rubellose ändern etwa. Wer kennt nicht den Reiz der Monopoly-Zeit beim Burgerkiosk? Also wenn Edeka nicht bald so eine App hat, kaufe ich mir meine Chilibohnen eben bei Lidl. Oh. Uh.

Wann gibt es Lidl Plus in Buxtehude?

BWL Student: Wie kann man Kunden anlocken? Monte: reduzieren.

Ganz schwierige Frage, Digger. Nein. Monte wird sich vielleicht fragen, wann er bei seiner Filiale auf der Harburger die App nutzen kann. Etwa, um sich ein Schokodessert mit Coupon zu kaufen, da ja die Fortnite Creatorcodes nicht mehr so gut laufen. Nunja, Buxtehude liegt am südlichen Rande des Alten Landes im Landkreis Stade in Niedersachsen. Deutschlandweit soll 2020 die App verfügbar sein. Ob man dann auch noch die saftigen 5 Euro für die Registrierung bekommt?!

Lidl Plus App herunterladen

Lidl Plus ist nicht die erste App vom Discounter. Die Papierwerbeblätter gab es schon in einer anderen App. Ebenso ein eventuell lustiges Spiel für Kinder.

Lade die Plus-App mit ihren gerade einmal 23 MB in München oder Hamburg, wenn du deinen Einkauf in Österreich, Berlin oder Brandenburg machst. Derzeit ist die Lidl Plus App wie gesagt nur in diesen beiden Premiumregionen verfügbar. Oder dort, wo die Leute arm, aber sexy sind. However. Sonst werden Apps ja in Kanada oder Neuseeland getestet und tatsächlich lief die App ja schon im europäischen Südland Spanien seit drei Jahren.

Bei über 5 Millionen Downloads auf Google Play sind recht gute 4,4 Sterne aber ein Zeichen für Qualität. Kritische Reviews gibt es dennoch, die beziehen sich aber nicht auf den Datenschutz wie soeben angemerkt, sondern auf Funktionsfehler: Anmeldung geht nicht, Coupon wird nicht eingelöst und so. Normaler Entwickleralltag und Bugfixes laufen offenbar. Die Versionsnummer der App ist schon fast volljährig.

Keine Downloadlinsk hier. Nanana. Dafür zwei Links zu weiteren Artikel zur App, in welchen wir uns ganz praktisch mit der App beschäftigt haben, also sie genutzt:

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